In naher Zukunft könnten wir den KI-Anweisungen folgen, um ein Haus an einem gewählten Ort zu errichten. Die Technologie würde dabei gesetzliche Vorgaben prüfen, dreidimensionale Modelle erstellen und Pläne entwerfen. Doch bleibt die Frage: Was wird dann von der Rolle des Architekten übrigbleiben? Wird man lediglich zur Aufsichtsperson oder gar zum Kurator, der nur noch bewertet? Diese Entwicklung könnte bedeuten, dass Diskussionen und konstruktive Auseinandersetzungen verloren gehen. Letztlich liegt die Entscheidung bei Politikern und der Gesellschaft, ob solche Berufe vollständig von Maschinen übernommen werden sollen oder nicht.
Die Entwicklungsgeschwindigkeit ist beeindruckend. Auch wenn viele Neuerungen in der Architektur erlebt wurden, schlägt diese vor allem durch ihre Radikalität hervor. KI hat bereits die Effizienz im Projektmanagement erheblich gesteigert: Durch Visualisierungen, Qualifikationsprüfungen und Kostenberechnungen. Diese Aufgaben sind zwar eintöniger Natur, beeinflussen jedoch entscheidend das Gesamtprojekt.
Bei Themen wie Kosten oder Ökobilanz zeigt die KI ihre Stärken. Schwierig wird es bei der Bewertung von Qualitäten, wie Farben und Raumwahrnehmungen – Aspekte, die sich nicht einfach in Daten übersetzen lassen. Menschen sind dazu notwendig, da sie aufgrund ihrer körperlichen Präsenz emotionale Reaktionen erleben können.
Trotz der fortschrittlichen Technologie bleiben Architekten relevant, insbesondere im Bereich Inspiration und Kreativität. Generieren basiert immer noch auf vorhandenem Material, während Kreieren aus dem Nichts entsteht. Auch beim Bauen im Bestand bietet sich die Möglichkeit zur Individualisierung von Projekten.
KI-generierte Architektur könnte zu einer Eintönigkeit führen, da sie oft auf gängige Daten zurückgreift. Einflussnahme ist möglich, wenn Architekten eigene Datensätze generieren und veröffentlichen. Dies erfordert intensive Kommunikation über Ästhetik und Wahrnehmung.
Andri Gerber, Professor an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, bietet Kurse zum Thema “KI in der Architekturpraxis” an. Die Einführung von Tools wie Deepl hat die Übersetzung revolutioniert, doch bei simultaner Verdolmetschung bleibt menschliche Intelligenz unersetzlich.
Paula-Jane Martin, selbständige Simultandolmetscherin, betont die Bedeutung der menschlichen Fähigkeit, Nuancen und Stimmungen zu erfassen. Trotz der Vorteile von KI bei Aufgaben wie Datenanalyse bleibt die Beratung durch Anwälte unverzichtbar.
In der Rechtssphäre sind soziale Kompetenzen entscheidend, da sie helfen, die tatsächlichen Bedürfnisse und Ziele eines Mandanten zu erkennen. KI kann zwar rechtliche Analysen erstellen, aber nicht emotionale Nuancen erfassen.
Die Integration von KI eröffnet neue Beratungsfelder für Anwälte, insbesondere im technologischen Bereich. Datenschutz und das Anwaltsgeheimnis bleiben dabei zentrale Herausforderungen.