Fast vier von fünf Israelis befürworten die Angriffe auf den Iran. Dennoch gibt es in Teilen des Landes Proteste gegen den Ausnahmezustand und Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Mili, eine erfahrene Kriegsteilnehmerin, äußert Angst über die aktuelle Eskalation mit dem Iran: ‘Dieser Konflikt ist der schlimmste aller Zeiten.’ Trotz zahlreicher Sirenenalarme und Raketenangriffe demonstrierte sie auf dem Habima-Platz in Tel Aviv gegen den Krieg. Sie kritisiert Netanyahus persönliche Interessen, die einen Korruptionsprozess zu vergessen suchen könnten.
Etwa 150 Demonstranten versammelten sich dort, um gegen das seit drei Wochen andauernde militärische Engagement Israels gegen Iran und die libanesische Hisbollah-Miliz zu protestieren. Sie argumentieren, dass kein Ende des Konflikts in Sicht sei. Eine Umfrage der Institute for National Security Studies zeigt jedoch, dass 78,5 Prozent der Israelis die Angriffe weiterhin unterstützen.
Trotz der Proteste ist die Zufriedenheit mit den Kriegsergebnissen hoch, selbst unter einem Viertel der arabischen Bevölkerung Israels. Merav, eine Demonstrantin, sieht in der Regierungspolitik eine Strategie zur Angstschüren, um politische Unterstützung zu gewinnen. Während sich das Leben auf dem Habima-Platz weiterhin normalisiert zeigt, bleibt die Angst präsent.
Inbal, die mit ihrer Tochter den Platz nutzt, versteht zwar die Proteste, sieht jedoch die Bedrohung durch Iran als realistisch an und nicht nur als politische Taktik. Die gesellschaftliche Spaltung spiegelt sich auch in unterschiedlichen Meinungen zur Sicherheit durch frühere militärische Aktionen wider.
Die Israelis richten sich auf einen langen Konflikt ein, obwohl Unsicherheiten über die psychologischen Auswirkungen des anhaltenden Krieges bestehen. Merav stellt fest: ‘Ich sehe viel Stress und Depression in meinem Umfeld.’