Autorin: Michelle Keller
Der Kanton Luzern plant, seine Angestellten dazu zu bewegen, auf das Auto zu verzichten und stattdessen den öffentlichen Verkehr, das Fahrrad oder den Fussweg zur Arbeit zu nutzen. Dafür sollen jährlich bis zu 300 Franken in Form von Gutscheinen ausgegeben werden. Dieser Vorschlag stösst bei Politikern jedoch auf gemischte Reaktionen.
Die Idee hinter den Mobilitätsgutscheinen ist es, die Angestellten des Kantons zum Umstieg vom Auto zu bewegen. Mitarbeitende, die zwischen 20 und 49,9 Prozent ihrer Arbeitszeit vor Ort verbringen, erhalten einen Gutschein über 150 Franken pro Jahr. Wer mindestens 50 Prozent seiner Arbeit im Büro verrichtet, erhält 300 Franken. Um dieses Vorhaben umzusetzen, beantragt der Regierungsrat ein Budget von 18,25 Millionen Franken.
Die Staatspolitische Kommission des Kantonsrats (SPK) teilt in ihrer Medienmitteilung grundsätzlich die Absicht, nachhaltige Mobilitätsformen bei den Verwaltungsangestellten zu fördern. Der Kanton Luzern möchte als Vorbild fungieren, insbesondere im Hinblick auf den bevorstehenden Umzug an den Seetalplatz, wo für 2000 Angestellte nur wenige Parkplätze vorgesehen sind.
Dennoch gibt es innerhalb der Kommission Bedenken bezüglich der Gutscheine. Einige Mitglieder halten die Maßnahme für wirkungslos, da die Gutscheine nicht personalisiert und zweckgebunden sind. Dies würde auch Mitarbeitende belohnen, die bereits ohne Auto zur Arbeit kommen, wodurch der Gutschein möglicherweise nicht für den Arbeitsweg genutzt wird. Andere sehen darin einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Arbeitgebern.
Trotz dieser Einwände sprach sich eine knappe Mehrheit in der Kommission für die Einführung der Mobilitätsgutscheine aus, jedoch unter dem Vorbehalt, dass diese ausschließlich für den nachhaltigen Arbeitsweg genutzt werden dürfen. Die Diskussion wird voraussichtlich im Mai im Kantonsrat weitergeführt.