Online-Sexarbeit wird in Serien thematisiert, was vor dem Hintergrund von Debatten über Deepfakes und Revenge-Porn eine Herausforderung darstellt. Margo (Elle Fanning), die mit ihrer Tochter allein dasteht, versucht ihre Arbeit auf Onlyfans als Kunst zu rechtfertigen, nachdem sie in einer Affäre mit ihrem Literaturprofessor war. Die Plattform, gegründet 2016 und während der Pandemie populär geworden, hat 2024 einen Umsatz von 7,2 Milliarden Dollar verzeichnet, was die Bedeutung für Inhalteersteller unterstreicht.
Onlyfans wird als revolutionär im Erotikgeschäft angesehen, da Künstlerinnen 80 Prozent der Einnahmen behalten. Doch bleibt die Frage bestehen: Ist es wirklich Selbstermächtigung, wenn Frauen sich auszuziehen müssen? Die Darstellung von Online-Sexarbeit in Serien wie «Margo’s Got Money Troubles», «Industry» und «Euphoria» zeigt unterschiedliche Perspektiven. Während erstere die kreative Energie betont, zeigen letztere die Komplexität der Thematik auf.
In «Euphoria» nutzt Cassie (Sydney Sweeney) Onlyfans, um Geld zu verdienen – eine Darstellung von Selbstermächtigung, aber auch Voyeurismus. Der Serienmacher Sam Levinson inszeniert diese Szene, was die Machtverhältnisse zwischen Künstler und Publikum hervorhebt. Vor dem Hintergrund der Diskussionen über Deepfake-Pornografie und Online-Missbrauch bleibt das Bild von Frauen als Objekt bestehen.
«Margo’s Got Money Troubles» zeigt die Arbeit auf Onlyfans positiv, doch nur wenige sind tatsächlich erfolgreich; viele berichten von Stress und Burnout. Lily Philipps aus Großbritannien ist ein Beispiel für extreme Inhalte, um sich abzuheben. Die ZDF Neo-Serie «Watch Me – Sex Sells» behandelt die Thematik didaktisch.
Cassies Verlobter Nate in «Euphoria» lehnt es ab, dass sie sich auf Onlyfans präsentiert. Auch Andrew Tate, ein Influencer mit Vorwürfen schwerer Straftaten, kritisiert Pornokonsum als unmännlich. Serien normalisieren Pornografie, doch die Gratwanderung zwischen Normalisierung und Machtfragen bleibt.
Während Frauen über ihre Verdienstmöglichkeiten sprechen, fehlen noch Geschichten der Konsumenten für eine vollständige Enttabuisierung von Pornografie.