David Attenborough, einer der berühmtesten Naturfilmer weltweit, feiert seinen 100. Geburtstag. Seine Arbeit hat das Genre populär gemacht und die Pop-Kultur geprägt. In Großbritannien ist seine Stimme längst ein Kulturgut.
Attenborough hat über Jahrzehnte hinweg Tiere, Landschaften und Ökosysteme auf allen Kontinenten dokumentiert. Seine Werke wie «Life on Earth» (1979), «The Blue Planet» (2001) und «Planet Earth» (2006) erreichten Kultstatus und beeinflussten Debatten über Natur- und Umweltschutz maßgeblich. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten wurden nach ihm benannt.
Geboren 1926 in Leicester, war Attenboroughs Vater Universitätsrektor und sein Bruder Richard ein bekannter Schauspieler und Regisseur. Bereits in jungen Jahren zeigte Attenborough eine Leidenschaft für Naturwissenschaften, sammelte Fossilien, Insekten und Gesteine.
Nach seinem Studium der Zoologie und Geologie an der Universität Cambridge diente er von 1947 bis 1949 in der britischen Marine. Seine Karriere bei der BBC begann 1952 als Produzent. Später leitete er BBC Two ein, führte das Farbfernsehen ein und wurde Programmdirektor.
Ab 1954 stand Attenborough für «Zoo Quest» vor der Kamera, reiste nach Afrika, Indonesien und Südamerika, um exotische Tiere zu filmen. Seine Dokumentationen zeichnen sich durch Geduld und Detailreichtum aus; er filmt oft auf Augenhöhe mit den Tieren.
In «Planet Earth II» (2016) beeindruckte eine Szene einer jungen Meerechse, die über einen Strand voller Rennnattern hechtete. Die extreme Nähe der Aufnahmen führte zu Diskussionen über ihre Authentizität.
Attenboroughs ruhige und klare Stimme verleiht seinen Filmen eine besondere Wirkung. Seine Kommentare werden sogar in Memes verwendet und für Parodien genutzt.
1979 gelang ihm mit «Life on Earth» der internationale Durchbruch, als er die Geschichte der Evolution aufzeigte. Eine Begegnung mit Berggorillas gilt als einer seiner unvergesslichsten Momente.
Nachfolgende Produktionen wie «The Blue Planet», «Planet Earth» und «Frozen Planet» setzten technische Meilensteine.
Obwohl Attenborough nicht aktivistisch auftritt, thematisieren seine Filme verstärkt Umweltprobleme. «Blue Planet II» löste in Großbritannien Debatten über Einwegplastik aus.
Trotz eines Skandals um gefälschte Drehorte blieb Attenboroughs Popularität unbeschadet. Eine kuriose Begebenheit war der Fund eines menschlichen Schädels in seinem Garten, der zu einem alten Mordfall führte.
Attenborough arbeitet weiterhin und präsentiert aktuell die Serie «Secret Garden» (2026). Die BBC feiert seinen Geburtstag mit Sondersendungen und einem Dokumentarfilm über sein Leben: «Life on Earth: Attenborough’s Greatest Adventure» (2026).