Im Historiendrama “Nuremberg” versucht der amerikanische Psychoanalytiker Douglas Kelley (Rami Malek) die Abgründe von Hermann Göring (Russell Crowe) zu ergründen. Regisseur James Vanderbilt inszeniert den Film jedoch übertrieben, wodurch die Nürnberger Prozesse in einen Nazijäger-Karneval verwandelt werden. Die Kritik von Denise Bucher ist hier nachzulesen.
Graziella Contratto, eine Schweizer Dirigentin, Intendantin und Musikpädagogin, debütiert spät als Erzählerin ihres autofiktionalen Werks “Meitsch”. Sie beschreibt ihre Kindheit und Jugend in Schwyz mit einer unverkennbaren Auffassungsgabe, die sie besonders macht. Die Ich-Erzählerin erfasst die Nuancen ihrer katholisch geprägten Umgebung: Wohnblock, Schule, Kirche sowie Dorf- und Familienfest. Ihre musische Begabung verleiht ihr eine besondere Perspektive. Mit Humor entgeht sie der Selbstverklärungsgefahr.
Oma hatte immer eine Katze, die in ihrer Vorstellung niemals wechselte. Bei kritischen Nachfragen ihres Enkelkindes schüttelt Oma abwehrend den Kopf – ihre kippelnden Wahrheiten verbinden sie noch enger. Lorenz Pauli erzählt kunstvoll knapp die Lebensgeschichten der Frau und ihrer Katze, während Nele Palmtag zeichnerische Nebengeschichten hinzufügt. Das Buch erzählt von Liebe und Vertrauen durch kleine, bedeutende Geschichten.
Ist das Jazz oder Weltmusik? Kategorisierungen verschwinden im Klangzauber des Trios Biondini Godard Niggli. Der Akkordeonist Luciano Biondini, Michel Godard an Tuba und Serpent sowie der Schlagzeuger Lucas Niggli erschaffen eine unwiderstehliche Musik. Ob improvisiert oder nah am Original – ihr Spiel ist geprägt von Aufmerksamkeit und Fantasie.
Aby Warburg, ein Pionier in der Kunstgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts, bleibt rätselhaft. Seine interdisziplinäre Forschung und die ikonografische Theorie haben ihn zu einem Mythos gemacht. Hans Christian Hönes beleuchtet nun Warburgs Leben, seine persönlichen Kämpfe und sein komplexes Werk.
Während Monate lang Besucher auf das Kunsthaus Zürich verzichten mussten, weil die Sammlung Bührle nicht gezeigt werden konnte, präsentiert ein Zwischenausstellung nun alle 205 Werke chronologisch. Von einer Kreuzigung um 1340 bis zu einem Picasso-Stillleben von 1941 spannt sich der Ausstellungsparcours. Auch Fälschungen und ausgeliehene Meisterwerke sind eingeschlossen, was Besuchern einen einzigartigen Vergleich ermöglicht.