Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat mehrere Verdachtsfälle einer Atemwegserkrankung auf einem Kreuzfahrtschiff gemeldet, das von Argentinien zu den Kapverden unterwegs ist. Das Hantavirus, normalerweise durch Nagetier-Kot übertragen und in seltenen Fällen zwischen Menschen, steht im Verdacht der Verbreitung. Die «MS Hondius», ein innovatives Kreuzfahrtschiff der Reederei Oceanwide Expeditions, bekannt für seine Umweltfreundlichkeit in den Polarregionen, ist nun mit einem ernsten Gesundheitsvorfall konfrontiert: Drei Menschen sind verstorben.
Das Schiff liegt laut Vesselfinder-Angaben außerhalb des Hafens Praia auf den Kapverden. Die Reise begann in Ushuaia, Argentinien, und umfasste rund 150 Touristen. Während der Kreuzfahrt erkrankten mehrere Passagiere schwer; zwei der drei Todesopfer waren niederländische Staatsbürger, wie das niederländische Aussenministerium berichtete. Ein 70-jähriger Mann starb zuerst, sein Leichnam wurde im britischen Territorium St. Helena geborgen. Seine Ehefrau verstarb in einem südafrikanischen Krankenhaus nach einem Zusammenbruch am Flughafen, als sie versuchte, in die Niederlande zurückzukehren. Drei weitere Passagiere befinden sich laut WHO in Intensivpflege.
Obwohl der Fall eines Hantavirus-Infizierten bestätigt wurde, gelten die anderen Fälle noch als Verdachtsfälle und werden untersucht. Die WHO unterstützt medizinisch die Betroffenen. Symptome des Hantaviruses sind hohes Fieber und Kopf-, Bauch- oder Muskelschmerzen; in Amerika kommt es häufig zu Atemwegserkrankungen mit hoher Sterblichkeit.
Die Übertragungsweise auf dem Schiff ist unklar. Normalerweise erfolgt die Ansteckung durch Nagetiere, selten von Mensch zu Mensch. Sollte das Virus an Bord übertragen worden sein, könnten infizierte Tiere oder ein kontaminierter Ort vor der Abfahrt die Ursache sein.
Eine besorgniserregende Theorie ist eine mögliche Anpassung des Virus an den Menschen, was vereinfachte Übertragungen ermöglichen könnte. Erst Sequenzierungen können dies klären. Betroffene benötigen Ruhe und Flüssigkeit; Impfungen gibt es nicht.
Hantaviren sind weltweit verbreitet, in Europa werden jährlich etwa 3000 Fälle registriert, meist in Deutschland, Finnland, Österreich und Slowenien. In der Schweiz tritt die Krankheit selten auf. Der Tod von Betsy Arakawa im Jahr 2012 zog große Aufmerksamkeit nach sich, als sie an Lungenversagen durch das Hantavirus starb.