Die Bundesrätin Baume-Schneider betont, dass das Bild falsch sei. Die Schweizer Bevölkerung erhält mehr Leistungen aus der AHV, als sie beiträgt, während bei den Ausländern das Gegenteil zutrifft: Sie tragen mehr bei, als sie erhalten, und entlasten so die Gesellschaft. Dieser Zustand werde auch künftig bestehen bleiben, so ihre Aussage. Diese Darstellung ist jedoch irreführend. Zuwanderer leisten während ihrer Erwerbstätigkeit Beiträge zur AHV, beziehen aber später Renten aus demselben System. Diese Renten sind höher als die eingezahlten Beträge. Laut Untersuchungen des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik IWP an der Universität Luzern erhalten viele Personen im Laufe ihres Lebens mehr AHV-Leistungen, als sie selbst beigetragen haben: Bei EU-/EFTA-Bürgern entspricht dies 1,76 Franken Rente pro eingezahltem Franken Lohnbeitrag, bei anderen Zuwanderern übersteigt es 2 Franken und bei Schweizern beträgt es 1,83 Franken. Zusammengefasst sind Zuwanderer während ihrer Erwerbsjahre Beitragsempfänger, aber im Lebensverlauf Nettoempfänger. Ihr Bezug ist größer als ihr Beitrag. Jede neue Person bedeutet eine erhöhte versteckte Verschuldung des Vorsorgesystems. Wer annimmt, wie die SP-Bundesrätin, dass Zuwanderung das AHV-System sanieren würde, setzt auf ein immer schneller rotierendes Einwanderungsmodell – ähnlich einem Schneeballsystem, das irgendwann an seine Grenzen stößt und kollabiert. Die Argumentation der SVP erscheint in diesem Kontext korrekt.