Seit dem 1. Mai entfällt in Deutschland ein Teil der Kraftstoffsteuer, um Spritpreise zu senken. Der NZZ-Tracker überwacht täglich die Preisanpassungen an den Zapfsäulen und prüft, ob die Entlastung von rund 17 Cent pro Liter – kombiniert mit einer niedrigeren Umsatzsteuer – an die Verbraucher weitergegeben wird.
Die NZZ nutzt Berechnungen des Ifo-Instituts, um zu ermitteln, wie stark der Tankrabatt die Preise für Diesel und Super E5 beeinflusst hat. Dabei zeigt sich: Bei Diesel ist die Preissenkung bisher weniger ausgeprägt als bei Super E5. Gründe hierfür könnten sein, dass ein Teil des Diesels aus dem Ausland importiert wird und möglicherweise noch mit der alten Steuer belastet war. Zudem spielen weitere Faktoren wie Ölpreise, Beschaffungskosten und Nachfrage eine Rolle.
Um die tatsächliche Wirkung des Tankrabatts zu messen, zieht das Ifo-Institut einen Vergleich mit Frankreich heran. Dort sollten sich die Preise ähnlich entwickeln wie in Deutschland, wenn der Rabatt keine Auswirkungen gehabt hätte. Die täglich aktualisierten Ergebnisse zeigen auf, welcher Anteil des Tankrabatts an den Verbraucherpreisen ankommt.
Der Tankrabatt wurde als Reaktion auf stark gestiegene Spritpreise eingeführt, die durch den Iran-Krieg ausgelöst wurden. Super E5 näherte sich im Frühjahr den Höchstständen von 2022 an. Obwohl der Preis seit Beginn des Rabatts gesunken ist, bleibt Benzin teurer als vor der Krise.
Der Dieselpreis stieg besonders stark und übertraf sogar die alten Rekordwerte aus März 2022. Auch hier sind Preise gesunken, doch lässt das allein noch keine Rückschlüsse auf die vollständige Weitergabe der Steuersenkung zu.
Die Grafiken basieren auf den von der Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts gemeldeten Preisen. Sie zeigen einen bundesweiten Mittelwert, berechnet aus einem gewichteten Tagesdurchschnitt pro Tankstelle und umfassen die Spanne zwischen den günstigsten und teuersten Anbietern.
Der befristete Steuerrabatt bis Ende Juni soll Autofahrer kurzfristig entlasten, kostet den Staat im laufenden Jahr jedoch rund 1,6 Milliarden Euro. Die Effektivität des Rabatts zeigt sich nicht nur an sinkenden Preisen, sondern daran, ob die Senkung tatsächlich um den vom Staat verringerten Betrag erfolgt. Aktuelle Daten deuten darauf hin, dass eine vollständige Weitergabe bislang ausbleibt.