In einem Podcast der «New York Times» wird von Hasan Piker, einem bekannten Linksextremisten, die Idee propagiert, dass Gewalt und Diebstahl legitime Formen des Protests sein könnten. Dies geschieht während einer Diskussion, moderiert von Nadja Spiegelman, die den Begriff «Mikroplünderung» für kleinere Diebstähle einführt. Piker selbst schlägt vor, dass in bestimmten Fällen, wie bei großen Konzernen, Diebstahl als sozialer Ausgleich gerechtfertigt sein könnte. Er räumt ein, dass dies zu Chaos führen würde, aber sieht darin dennoch einen Anlass zum Handeln.
Das Gespräch trägt den Titel «Die Reichen pfeifen auf die Regeln. Warum sollte ich mich daran halten?» und erregt Aufmerksamkeit nicht nur wegen Pikers radikaler Ansichten, sondern auch durch die Art und Weise, wie das Medium Gewalt und Diebstahl diskutiert. Während des Podcasts zeigt sich Verständnis für extreme Maßnahmen gegen Konzerne, die als unterdrückend angesehen werden.
Hasan Piker ist bekannt dafür, auf seinem Twitch-Kanal regelmäßig Länder wie China, Kuba und Organisationen wie Hamas zu loben. Er hat auch behauptet, dass die Terroranschläge vom 11. September gerechte Strafen waren.
Die Debatte im Podcast suggeriert eine Selbstermächtigung: Wenn das kapitalistische System ungerecht ist, so wird argumentiert, könne man sich an keine Regeln mehr halten. Dies steht im Kontrast zur Haltung der «New York Times», die oft vor Donald Trumps potenziellem Zerfall des Rechtsstaats warnt.
Am Ende seufzt Spiegelman: «Es ist so schwer, in einer unethischen Gesellschaft ethisch zu leben.» Damit wird das Gespräch zur moralischen Bankrotterklärung eines Mediums, das sich als Leuchtfeuer linksliberaler Publizistik versteht.
Die Bedeutung von Eigentumsschutz wird in der Diskussion nicht einmal angesprochen, obwohl dieser fundamental für eine freiheitliche Gesellschaft ist. In den Ausführungen des Podcasts spiegeln sich die Vorwürfe wider, die Linksliberale gegenüber Trump erheben: Selbstermächtigung und Missachtung des Rechtsstaats.
Obwohl manche das als Einzelfall abtun könnten, unterstreicht Ezra Klein, einflussreicher Kolumnist der «New York Times», die Wichtigkeit, sich auch mit radikaleren Figuren auseinanderzusetzen. Der Podcast zeigt allerdings nicht eine Konversation zwischen Andersdenkenden, sondern vielmehr Einigkeit bei Themen wie Diebstahl und Regierungsform.
Prominente Linkspolitiker wie Bernie Sanders und Alexandria Ocasio-Cortez haben bereits im Rahmen des Podcasts mitgewirkt. Der Fokus verschiebt sich von Identitätsdebatten hin zur sozialen Frage, die nun in radikaler Form diskutiert wird: Diebstahl und Gewalt als Protestmittel sind Teil eines Gegenmodells zur Trump-Regierung, das jedoch moralisch fragwürdig ist.