Am Mittwoch, den 6. Mai um 11:00 Uhr erfolgte an der Nordportal-Location in Ingenbohl im Kanton Schwyz ein signifikanter Schritt für die Axenstrasse: Mit einem lauten Knall begann der Vortrieb des Morschacher Tunnels. Dieser Tunnel, exakt 2,89 Kilometer lang, ist Teil der neuen Verbindung zwischen Brunnen und Sisikon und stellt eines der Kernstücke der geplanten Umfahrung dar.
André Rüegsegger, Baudirektor des Kantons Schwyz, bezeichnet die erste Sprengung als einen wesentlichen Meilenstein: “Es ist sehr erfreulich, dass wir mit dem symbolischen Tunnelanschlag den Startschuss für das Axenstrasse-Projekt geben können.” Hermann Epp, Baudirektor des Kantons Uri, stimmt ihm bei und nennt es einen Freudentag.
Die derzeitige Route zwischen Schwyz und Uri, die durch geologische Risiken gekennzeichnet ist, stellt für bis zu 14.000 Pendler täglich eine Herausforderung dar. Die neue Umfahrung mit dem Morschacher und Sisikoner Tunnel bietet nun eine sichere Alternative.
Bereits seit den frühen 1970er Jahren wird an einer Lösung gearbeitet, doch erst im Jahr 2001 fiel die Entscheidung für das Projekt Ingenbohl–Gumpisch. Nach langen Verhandlungen und zahlreichen Einsprachen wurde der Weg für die Axenstrasse schließlich 2022 frei.
Die Umweltverbände verzichteten auf weitere juristische Schritte nach einem gescheiterten Beschwerdeversuch beim Bundesverwaltungsgericht. Herausforderungen wie das geologisch anspruchsvolle Gestein und potenzielle Wassereintritte im Morschacher Tunnel werden durch Maßnahmen wie einen Entwässerungsstollen gemindert.
Stefan Gielchen, Gesamtprojektleiter der Axenstrasse, betont die spannende Natur solcher Bauprojekte trotz kleiner Herausforderungen. Der Fertigstellungstermin für den Verkehr liegt in etwa sieben Jahren vor, mit Kosten von über einer Milliarde Franken, überwiegend finanziert durch den Bund.
André Rüegsegger ist überzeugt, dass die Investition nicht nur regional, sondern national von Bedeutung ist: “Durch die Aufwertung der Sicherheit gewinnt die gesamte Schweiz.”