Trotz der politischen Debatten um ihr Wachstumsziel in den USA bleibt UBS-Chef Sergio Ermotti seinen Plänen treu. Bei einem Symposium in St. Gallen betonte er, dass die Vereinigten Staaten für die Schweizer Grossbank ein unverzichtbarer Markt sind, vor allem wegen der dortigen Superreichen, ihrer Hauptklientel. Trotz geopolitischer Spannungen und volatiler Finanzmärkte sieht Ermotti keine Alternative zum Dollar- und US-Markt. Künstliche Intelligenz bietet laut ihm zusätzlichen Wachstumsraum.
Die UBS will ihren Marktanteil in den USA ausbauen, um mit den großen Wallstreet-Banken mithalten zu können. Ermotti erwähnte eine mögliche Akquisition als Strategie, die jedoch nicht zwingend für das angestrebte Wachstum notwendig sei. Auch VR-Präsident Colm Kelleher äußerte sich ähnlich bezüglich eines potenziellen Kaufs nach der Integration von Credit Suisse.
Die Grossbank plant, ihre Präsenz in den USA zu verstärken und bis Ende 2027 Dienstleistungen wie Zahlungen und Kontoführungen anzubieten. Die Wachstumspläne stoßen jedoch auf Kritik: Finanzministerin Karin Keller-Sutter möchte durch Verschärfung der Eigenkapitalregeln verhindern, dass die Steuerzahler Risiken für das US-Wachstum tragen müssen. Ihr Vorschlag sieht vor, dass systemrelevante Banken ihre ausländischen Beteiligungen mit hartem Kernkapital unterlegen.
Die UBS lehnt diese Pläne ab und bezeichnet sie als “extrem”, da sie die Wettbewerbsfähigkeit der Bank beeinträchtigen würden. Die Parlamentarier debattieren noch über alternative Lösungen, wobei einige bürgerliche Politiker eine kompromissorientierte Variante mit AT1-Anleihen unterstützen.
Am Montag wurde die Gesetzesrevision in der Wirtschaftskommission des Ständerates vertagt, um Alternativen zu prüfen. Die Grossbank steht vor dem Abschluss der CS-Integration und will sich danach wieder auf ihr Wachstum konzentrieren, obwohl das US-Geschäft noch Aufholbedarf hat.