Im Bestreben, eine Übernahme durch die italienische Grossbank Unicredit abzuwenden, setzt die deutsche Commerzbank auf ambitionierte Gewinnziele. Die Bank plant bis 2030 den Abbau von zusätzlichen 3000 Stellen und möchte dabei verstärkt künstliche Intelligenz nutzen. Vor einem Jahr hatte sie bereits angekündigt, bis Ende 2027 rund 3900 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen zu wollen, während international neue Stellen geschaffen werden sollen. Diese Massnahmen sind Teil eines überarbeiteten Plans, den die Bank am Freitag präsentiert hat, um Investoren von ihrer unabhängigen Zukunftsperspektive zu überzeugen.
Obwohl Unicredit am Anfang der Woche ein offizielles Übernahmeangebot eingereicht hatte, gilt dies als unwahrscheinlich erfolgreich, doch die Bank wird weiterhin ihr Vorhaben verfolgen. Die Ankündigungen aus Frankfurt dürften sie nicht von ihrem Kurs abbringen. Mit ihrer Präsentation betont die Commerzbank erneut ihre Skepsis gegenüber dem Angebot der Unicredit und kritisiert dessen vagen Plan sowie hohe Umsetzungsrisiken.
Trotz der schwachen Konjunktur in Deutschland vertraut das Institut auf seine Ziele. Die Erträge sollen von über zwölf Milliarden Euro 2025 auf knapp 17 Milliarden Euro 2030 ansteigen, während die Eigenkapitalrendite von zehn auf 21 Prozent klettern würde. Vorstandschefin Bettina Orlopp betonte das funktionierende Strategiekonzept und einen optimistischen Jahresstart. Verglichen mit dem Vorjahr konnte die Bank ihr Ergebnis um elf Prozent auf 1,4 Milliarden Euro steigern.
Auch politisch erhielt der Kurs der Commerzbank Unterstützung. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach sich am Donnerstag entschieden gegen feindliche Übernahmeversuche aus und kritisierte die aggressive Werbung Unicredits, deren Anzeigen von der deutschen Finanzaufsicht verboten wurden. “So wird Vertrauen zerstört”, so Merz.