Wie stehen die Parteien vor der Wahl am 6. September da, welche Koalitionen sind denkbar? Hier finden Sie die neuesten Daten für Sachsen-Anhalt.
In einer aktuellen Erhebung von Infratest Dimap liegt die AfD in Sachsen-Anhalt bei 41 Prozent – einem Rekordwert für die Partei in einem Bundesland. Auch im NZZ-Wahltrend überholt sie deutlich die CDU.
Bis zum Spätsommer 2025 galt die CDU als stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt, doch mittlerweile führt die AfD klar im NZZ-Wahltrend. Dass der beliebte frühere Ministerpräsident Reiner Haseloff nicht mehr antritt, erschwert die Lage für die CDU.
Mit Ulrich Siegmund als Spitzenkandidaten tritt die AfD in Sachsen-Anhalt an, wo seit 2002 durchgehend ein Christdemokrat Regierungschef war. Zum ersten Mal hat sie reale Chancen auf das Amt des Ministerpräsidenten. SPD, BSW, Grüne und FDP könnten jedoch an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
Der Wahltrend der NZZ fasst Umfragen mehrerer Institute zusammen, wobei aktuellere Erhebungen stärker berücksichtigt werden. Die folgende Übersicht zeigt die Zahlen der einzelnen Institute.
Wesentlich ist in Sachsen-Anhalt, ob die AfD eine absolute Mehrheit erreichen kann und ob andere Parteien gegen sie eine Mehrheit bilden können. Die CDU hat nicht nur eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen, sondern lehnt weiterhin eine Kooperation mit der Linken ab.
Aktuell könnte es für die AfD knapp werden, selbst mit dem Bündnis von Sahra Wagenknecht eine absolute Mehrheit im Magdeburger Landtag zu erlangen. Das BSW schließt bisher eine Koalition mit der AfD aus, lehnt aber ebenfalls strikte Brandmauern ab. Eine AfD-geführte Minderheitsregierung, die vom BSW toleriert wird, ist denkbar.
Für eine stabile Mehrheit ohne AfD wäre wohl mindestens die Linke notwendig, da sie damit zum Zünglein an der Waage gegen die AfD werden könnte. Eine Koalition mit der Linken lehnt die CDU jedoch ab; möglich wäre allenfalls eine von ihr tolerierte Minderheitsregierung.
Fest steht: Die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt wird nach dem 6. September komplex sein.
Für ihre Schätzung berücksichtigt die NZZ auf wahlrecht.de veröffentlichte Umfragen und berechnet einen gewichteten Durchschnitt; neuere Erhebungen haben dabei mehr Gewicht. Die Fehlermarge beträgt üblicherweise bis zu ±3 Prozentpunkte. Der NZZ-Wahltrend ist eine Momentaufnahme, keine Prognose.
Bei den Koalitionsoptionen rechnet die NZZ die prozentualen Stimmenanteile nach dem Sainte-Laguë/Schepers-Verfahren in Sitze um – ohne Überhang- und Ausgleichsmandate sowie eine mögliche Grundmandatsklausel. Modellrechnungen zeigen an, ob eine Koalition eine «stabile», «wackelige» oder «keine» Mehrheit hat.