Trotz eines Rückgangs bei den Organspenden hat die Zahl der Menschen, die ein Spendeorgan erhalten haben, zugenommen. Dies ist hauptsächlich auf eine Rekordzahl an importierten Organen zurückzuführen, wie der Jahresbericht von Swisstransplant zeigt.
Im Jahr 2025 spendeten in der Schweiz 185 verstorbene Personen ihre Organe, zwei weniger als im Vorjahr. Besonders deutlich sank die Anzahl der Lebendspenden von Nieren und Lebern um 16,5 Prozent auf 96 Fälle. Dennoch gelangten 643 Menschen durch Transplantationen ein oder mehrere Organe zu – das ist ein leichtes Plus von etwa einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr und die zweithöchste Anzahl in der Schweizer Geschichte. Eine Zunahme gab es insbesondere bei Herz- und Pankreastransplantationen.
Ein wesentlicher Faktor war der internationale Austausch von Organen: 69 importierte Organe wurden verzeichnet, ein neuer Höchststand. Jedes achte in der Schweiz transplantierte Organ kam aus dem Ausland, wobei vor allem Lungenimportiert wurden. Im Gegenzug exportierte die Schweiz 25 Organe.
Im Jahr 2025 waren insgesamt 2109 Personen auf einer Warteliste für ein Spendeorgan eingetragen. 67 Menschen verstarben jedoch noch während der Wartezeit, was einen Rückgang von 10,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Ende 2025 befanden sich 1325 Patienten weiterhin auf dieser Liste.
In der Schweiz wird die erweiterte Zustimmungslösung zur Organspende angewendet. Ohne ausdrückliche Zustimmung seitens des potentiellen Spenders oder dessen Angehörigen dürfen die Organe nicht entnommen werden. Ist der Wille unbekannt, lehnen viele Angehörige laut Swisstransplant eine Organspende ab.
Nach einem Ja des Stimmvolks zum Vorschlag von Bundesrat und Parlament vom 15. Mai 2022, wird künftig die Nicht-Spende nach dem Tod festgehalten werden müssen. Die sogenannte Widerspruchsregelung soll voraussichtlich im dritten Quartal 2027 in Kraft treten.
(SRF 4 News, 07.05.2026, 9 Uhr; sda/stol; schc; liea)