“Seit 2016 hat sich die Weltwirtschaft grundlegend gewandelt. Eine Standortstrategie, die auf veralteten Annahmen basiert, kann die aktuelle Realität nicht mehr adäquat abbilden”, zitiert eine Medienmitteilung Nadine Vogelsang, stellvertretende Abgeordnete der FBP. Die damalige Strategie gründete sich auf Daten aus den Jahren 2008 bis 2015. Herausforderungen wie Fachkräftemangel und die Abhängigkeit von Grenzgängern sowie Druck auf die Verkehrsinfrastruktur sind nach wie vor präsent. Neue Problemfelder, darunter steigende Zölle und geopolitische Unsicherheiten, haben sich hinzugesellt.
Daher sieht die FBP-Fraktion die Notwendigkeit, die Standortpolitik neu auszurichten, um Liechtenstein seine Spitzenposition im internationalen Wettbewerb zu bewahren und weiter auszubauen. Am Freitag legte die Fraktion ein Postulat vor: Die Regierung soll die aktuelle Strategie überprüfen und an neue wirtschaftliche, technologische sowie geopolitische Rahmenbedingungen anpassen. Einen Aktionsrahmen mit konkreten Maßnahmen soll dem Landtag vorgelegt werden. Im Fokus der Erneuerung stehen die proaktive Bewältigung des Fachkräftemangels und die gezielte Förderung technologischer Entwicklungen wie Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung, so die Mitteilung.
Zu den Leitfragen für eine Neuausrichtung zählen die Zufriedenheit von Unternehmen mit Infrastruktur, Mobilität, Wohnraum, Fachkräfteangebot, Kostenstrukturen sowie Verwaltungsverfahren. Ein internationaler Vergleich mit anderen Klein- und Nischenstandorten soll ebenfalls erfolgen. Weitere Punkte sind die Identifikation zukünftiger Standortfaktoren, eine Analyse von Ansiedlungshemmnissen oder Faktoren der Abwanderung. Die Einführung eines zuverlässigen Monitoringsystems zur Überprüfung der Effektivität wirtschaftspolitischer Maßnahmen wird gefordert.
“Um den langfristigen Wohlstand zu sichern, sind moderne Rahmenbedingungen notwendig, die Unternehmen Entwicklungsmöglichkeiten bieten”, schließt die Mitteilung.