Nach einem Konflikt mit dem lokalen Zürcher Stahlerzeuger Baltensperger setzt der Zoo Zürich nun auf ausländische Expertise: Die slowakische Firma Stakotra und das norditalienische Unternehmen Cimolai sollen die Voliere des Zoos errichten.
Die Entscheidung folgt nachdem Baltensperger den Auftrag im Dezember 2025 verloren hatte, da der Zoo aufgrund von Genauigkeitsproblemen bei der Konstruktion den Vertrag kündigte. Baltensperger widersprach und behauptete, die Verschiebungen seien auf unrealistische Anforderungen des Zoos zurückzuführen, was zu finanziellen Schwierigkeiten führte.
Um den Bau voranzutreiben, beauftragte der Zoo neben Stakotra auch Cimolai. Obwohl sich das italienische Unternehmen seit 2023 in einem Sanierungsverfahren befindet, versichert der Zoo, dass die Bankgarantien für den Bau ausreichend Sicherheit bieten und die Firma stabilisiert sei.
Die Entscheidung fiel auch aufgrund des beeindruckenden Portfolios von Cimolai, das Erfahrungen mit dem größten Teleskop der Welt in Chile, der Schutzhülle des havarierten Atomreaktors Tschernobyl und dem WM-Stadion Al-Bayt in Katar umfasst. Auch in der Schweiz hat es Projekte wie die Stahlbögen für das Zentrum Paul Klee in Bern realisiert.
Die Aufgaben sind zwischen den Firmen klar verteilt: Stakotra ist verantwortlich für die Herstellung und Montage des temporären Baugerüsts, während Cimolai die 60 Stahlbogen produziert, die später von Stakotra montiert werden sollen.
Trotz einer Pause bei den Stahlbaumaßnahmen seit Ende letzten Jahres wird auf der Baustelle weiterhin gearbeitet. Die Innenbereiche für die Vögel sind fertiggestellt und bald soll die erste Vogelkolonie einziehen. Zoodirektor Severin Dressen äußert sich zurückhaltend zu möglichen Verzögerungen des Eröffnungsdatums, das nun nicht mehr wie ursprünglich geplant für 2028 realistisch erscheint.
Die Auseinandersetzung zwischen dem Zoo und Baltensperger bleibt ungeklärt. Nach der Konkursverfügung durch das Bezirksgericht Bülach im März setzt eine Auffanggesellschaft den Betrieb mit einem Teil der Belegschaft fort, während die Forderungen des Zoos in Höhe von 5,5 Millionen Franken weiterhin strittig sind.