Die Stadt Zürich hat kürzlich sechs weitere Stolpersteine enthüllt, um an Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Diese Gedenktafeln aus Messing, befestigt auf Betonwürfeln und in den Boden eingelassen, sollen die Erinnerung an diejenigen wachhalten, die während der NS-Zeit ihr Leben verloren haben. Unter ihnen ist Rosa Sticki-Makow, eine Frau mit Schweizer Wurzeln, die während des Zweiten Weltkriegs versuchte, nach Zürich zurückzukehren, jedoch abgewiesen wurde und schließlich 1944 in Auschwitz ums Leben kam.
Die Idee der Stolpersteine geht auf den deutschen Künstler Gunter Demnig zurück, der sie in den 1990er-Jahren initiierte. Inspiriert vom Talmud-Leitsatz „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, zieren mittlerweile europaweit über 110.000 dieser Steine die Straßen.
Die Entscheidung, wessen Erinnerung mit einem Stolperstein gewürdigt wird, fällt der Verein Stolpersteine Schweiz, bestehend aus verschiedenen Regionalgruppen. Diese koordinieren Vorschläge von Privatpersonen und die Zusammenarbeit mit Behörden sowie Verwandten der Opfer. Aktuell sind in der Schweiz rund 50 Steine verlegt.
Trotz des Engagements des Vereins, dessen Arbeit seit etwa sechs Jahren andauert, gibt es relativ wenige Stolpersteine im Land. Dies liegt nicht zuletzt an den begrenzten Kapazitäten und der ehrenamtlichen Struktur des Vereins.
Vorstandsmitglied Jakob Tanner betont das Ziel des Vereins: Neben dem Gedenken an die Opfer sollen auch die damaligen Versäumnisse schweizerischer Behörden thematisiert werden. Kritik gibt es jedoch, da einige Städte und Staaten in Europa die Erinnerungssteine ablehnen. Diese befürchten eine Beschädigung der eigenen Nationalgeschichte oder sehen die Steine als symbolische Beleidigung der Opfer.
Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 8.5.2026, 6:31 Uhr