Der grüne Finanzvorsteher Daniel Leupi hat vor einem wachsenden Schuldenberg gewarnt. Lange schien nichts dem Wohlstand der Stadt Zürich etwas anhaben zu können, sei es die Corona-Pandemie, Bankenfusionen oder politische Umwälzungen. Doch nun endet eine zehnjährige Serie von finanziellen Überschüssen: 2025 verzeichnete die Stadt ein Minus von 22,9 Millionen Franken – das erste seit 2014 und mehr als eine halbe Milliarde schlechter als im Vorjahr.
Diese Zahl könnte den Blick auf Zürichs Finanzen ändern. Bislang gab es zwei dominierende Narrative: Das der Reichtumsverhältnisse, die massive Subventionen ermöglichen würden, und das der Vorsicht, das zur Mässigung im Ausgaben- und Steuerbereich mahnt.
Leupi, seit 13 Jahren Finanzvorsteher, schloss sich im Sommer dem Lager der Mahner an. Trotz eines erwarteten Minus von 254 Millionen Franken – eine übliche Budgetierung seinerseits – blieb das Ergebnis mit minus 22,9 Millionen Franken negativ.
Der Schuldenberg wächst durch massive Investitionen in Wohnungen, Schulhausbau und Fernwärme. Die Steuereinnahmen stiegen um 280 Millionen auf fast 4 Milliarden Franken, während die Grundstückgewinnsteuern leicht unter den Erwartungen blieben.
Trotz hoher Steuerkraft muss Zürich mehr in den kantonalen Ressourcenausgleich zahlen und ist zum dritten Mal Nettozahler. Die Ausgaben im Verwaltungsvermögen sind hingegen stark gestiegen, mit einem Selbstfinanzierungsgrad von nur 49,2 Prozent – deutlich unter dem kantonalen Standard.
Leupi sieht die aktuelle Situation als Bestätigung seines Kurswechsels hin zu einer Priorisierung der Investitionen ab 2029. Die SVP fordert eine Redimensionierung der Investitionen und kritisiert bestimmte Projekte, während die SP mehr Ausgaben für günstigen Wohnraum verlangt.
Die FDP sieht insbesondere die Liegenschaftenkäufe problematisch und erwägt eine Schuldenbremse. Die Finanzlage Zürichs bleibt also komplex, mit unterschiedlichen Ansichten darüber, wie nachhaltig die aktuelle Politik ist.