«Wir sind entschlossen, die Ausbreitung dieses Käfers so gut wie möglich zu begrenzen», erklärte Christian Hofer, Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW), vor den Medien. Eine neu gestartete Kampagne soll dabei helfen.
Wer aus betroffenen Gebieten zurückkehrt, sollte laut Bund Gepäck und Fahrzeug vor der Abreise prüfen und erkennen können, wie der Japankäfer aussieht.
Der Käfer stellt eine ernsthafte Gefahr für die Landwirtschaft, den Gartenbau und die Umwelt dar. «Dieser Käfer ist sehr gefräßig», so Hofer. Er befällt Blätter, Früchte und Blüten von über 400 Pflanzenarten und seine Larven schädigen Rasenwurzeln. Sein Schadenspotenzial wird auf mehrere Hundert Millionen Franken pro Jahr geschätzt. «Es ist unerlässlich, alle Mittel einzusetzen, um die Verbreitung zu verlangsamen», sagte Hofer.
Erstmals wurde der Käfer 2017 im Tessin entdeckt und hat sich seitdem südlich der Alpen stark ausgebreitet. Im letzten Jahr verursachte er erhebliche wirtschaftliche Schäden. Auch nördlich der Alpen gibt es kleine, isolierte Populationen, meist entlang von Hauptverkehrsachsen. «Der Käfer ist da und lässt sich nicht mehr entfernen», so Hofer. Ziel sei nun, die Verbreitung zu verlangsamen, um Erfahrungen im Umgang mit dem Insekt sammeln zu können.
Nördlich der Alpen wird aktuell eine Tilgungsstrategie angewandt: Kleine Populationen werden ausgerottet. Im Süden liegt der Fokus auf Eindämmung und Schadensminimierung.
Der Mensch trägt laut BLW erheblich zur Verbreitung des Japankäfers bei, indem er ihn unbemerkt als «blinden Passagier» in Fahrzeugen oder im Gepäck transportiert. Die Kampagne «Gepäck checken, Japankäfer stoppen!» soll dies verhindern. «Nur gemeinsam können wir gegen den Käfer vorgehen», sagte Andreas von Felten, stellvertretender Fachbereichsleiter für Pflanzengesundheit beim BLW.
Der Bund ruft alle Personen auf, die sich in betroffenen Gebieten aufhalten, ihr Gepäck und Fahrzeug gründlich zu kontrollieren. Beim Parken wird empfohlen, Autos nicht direkt neben Rebflächen abzustellen, da Käfer dort häufig vorkommen. Fenster von parkierten Fahrzeugen sollten geschlossen bleiben.
Bei Fund eines Japankäfers soll er eingefangen und daran gehindert werden, wieder zu entkommen: «Am besten zerdrücken oder in ein verschlossenes Gefäß stecken», ergänzte von Felten. Jeder Käferfund muss umgehend dem zuständigen kantonalen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden. Der Käfer ist ungefähr so groß wie eine Kaffeebohne, hat einen metallisch grün schimmernden Kopf und kupferbraune Deckflügel. Weisse Haarbüschel an beiden Seiten des Hinterleibs helfen bei der Identifikation. Für die Meldung soll ein Foto gemacht und der genaue Fundort notiert werden.
Vor der Heimreise ist eine sorgfältige Prüfung des gesamten Gepäcks erforderlich, insbesondere von Kleidung, die im Freien getragen wurde, sowie Jacken und Schuhe. Auch Taschen wie Rucksäcke oder Handtaschen müssen untersucht werden. Besonders wichtig ist auch der Blick auf Sport- und Outdoor-Ausrüstung. Koffer und Reisetaschen sollten innen und außen geprüft werden. Die Kontrolle des Autos, insbesondere des Kofferraums sowie der Sitze und Fussräume, ist ebenfalls wesentlich.
SRF 4 News, 11.5.2026, 11 Uhr; sda/fulu;odem;brus