Ein gestörtes Verhältnis zur eigenen Kultur und dem Christentum prägt Westeuropa. Anstatt sich für westliche Werte starkzumachen, zeigt die Gesellschaft eine kritische Haltung gegenüber ihrem christlichen Erbe und neigt dazu, den Islam zu privilegieren. Ein starker kultureller Rückhalt ist entscheidend, um westliche Prinzipien zu verteidigen und Anforderungen einer offenen Gesellschaft zu erfüllen.
In Ländern wie der Schweiz oder Deutschland zeigt sich ein abwertender Umgang mit dem Christentum durch das politisch-mediale Establishment im Vergleich zum Islam. Verbrechen und Gewalt, die von Muslimen begangen werden, werden oft vom Islam getrennt, indem man zwischen Islam und Islamismus unterscheidet. Im Gegensatz dazu wird das Christentum für historische Missstände verantwortlich gemacht.
Während konservative christliche Jugendliche in Europa auf Ablehnung stoßen, wenn sie ihr Glaubensleben öffentlich leben, werden islamische Aktivitäten häufig unkommentiert gelassen. Eine Studie von 2013 des Pew Research Center zeigt beispielsweise die Unterstützung für strenge Scharia-Strafen unter Muslimen in mehreren Ländern.
Seit dem Konflikt im Nahen Osten ab Oktober 2023 könnte der Extremismus zugenommen haben, ein Aspekt, den westliche Medien selten thematisieren. Diskussionen über die Rolle des Christentums werden oft mit Kritik an traditionellen Werten wie der Ehe begrenzt.
Der westliche Feminismus scheint beim Thema Islam zu versagen und ignoriert häufig Unterdrückung in islamischen Gesellschaften, während er sich gegen patriarchale Strukturen in Europa stark macht. In muslimisch geprägten Ländern sind Frauenrechte oft beschränkt.
Die Religionskritik der Aufklärung wird nur auf christliche Glaubensgruppen angewandt und nicht auf den Islam, was zu einer Doppelmoral bei Satire führt. Es ist notwendig, dass alle Religionen Kritik und satirischen Spott aushalten.
Drei wesentliche Kriterien müssen erfüllt werden: Gewalt muss verboten und verurteilt werden; Gläubige sind der Rechtsordnung des Staates unterworfen; die individuelle Freiheit, einschließlich der Religionsfreiheit, ist unverhandelbar.
Medien tragen eine Mitverantwortung, indem sie Islamkritik nicht mit Hass auf Muslime gleichsetzen sollten. Es ist entscheidend, dass Gewalt im Namen Allahs öffentlich verurteilt wird und die Grundsätze von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit eingehalten werden.
Dies bedeutet für Christen die Akzeptanz bestehender Gesetzgebungen wie Abtreibungsgesetze. Für Muslime bedeutet es, dass jeder das Recht auf Religionswechsel hat und Frauen ihre Freiheit in der Gesellschaft ausleben können. Wer diese Prinzipien nicht akzeptieren kann, sollte sich in einem anderen Land niederlassen.
Giuseppe Gracia ist Herausgeber des Magazins “Schweizer Monat”.