Der Kanadier Chris McSorley strebt mit dem HC Sierre den Titel in der Swiss League an und hat gleichzeitig ehrgeizige Pläne für ein Profiteam in Mailand, das im Herbst in der ICE-Liga antreten soll. Nach einem entscheidenden Sieg gegen Olten am Sonntag, seinem 64. Geburtstag, steht Sierre kurz vor dem Aufstieg – allerdings ist die Infrastruktur der Grabenhalle nicht ausreichend. McSorleys Interessen im Unterwallis sind breit gestreut: als Trainer, Sportchef, Verwaltungsrat und Mitbesitzer des Teams ist er tief involviert. Parallel dazu kämpft er vor Gericht gegen die fristlose Kündigung durch seinen früheren Arbeitgeber Genf/Servette, wobei es ihm bisher gelang, weitere Teilsiege zu erringen.
Die Streitsache um 7,6 Millionen Franken bleibt ungelöst, da Servette trotz des Weggangs von Strippenzieher Didier Fischer keinen Vergleich anstrebt. McSorley hatte Genf maßgeblich zum Eishockey-Schwergewicht geformt. Doch seine Ambitionen sind nicht beschränkt auf diese Konflikte: Er arbeitet bereits am Aufbau eines Mailänder Teams, um die traditionelle Stellung der Stadt im Klubhockey zu revitalisieren.
Mailand, das kürzlich ein spannendes Olympiaturnier beherbergte und eine lange Tradition im Eishockey vorweisen kann, ist bereit für einen Neuanfang. Nach dem Abgang des letzten Profiteams 2019 hat McSorley eine Bewerbung um die Aufnahme in die ICE Hockey League eingereicht, wobei er als General Manager fungiert. Die Investoren hinter diesem Projekt sind dieselben wie jene von Sierre, darunter House of Doge – bekannt für seine Verbindungen zur Kryptowährung Dogecoin.
Die Erfahrungen mit dem Fußballverein Triestina waren jedoch enttäuschend: Hausdurchsuchungen wegen Geldwäscheverdachts und Lizenzprobleme prägten die jüngere Geschichte. Trotzdem will McSorley in Mailand neu durchstarten, indem er zunächst die Rho Ice Hockey Arena für Heimspiele nutzt.
Die Herausforderung besteht darin, innerhalb eines halben Jahres ein konkurrenzfähiges Team aufzubauen. Doug Shedden, ehemaliger Coach des EV Zug und HC Lugano, gilt als Top-Kandidat für das Traineramt. Synergien zwischen Sierre und Mailand im Kadermanagement könnten italienischstämmige Schweizer Spieler anziehen, die bisher in Ambri oder Lugano spielen.
McSorley ist überzeugt, dass seine Visionen auf beiden Seiten der Grenze Wirklichkeit werden können.