Der Grosse Stadrat von Luzern hat beschlossen, das Referendum über die Abschaffung des Mindestlohns aufzugreifen und diese Vorlage dem Volk zur Abstimmung zu stellen. Bis zum Entscheidungszeitpunkt bleibt der Mindestlohn bei 22,75 Franken pro Stunde in Kraft.
Eine knappe Parlamentsentscheidung führt nun zur Volksabstimmung: Die Abschaffung des Mindestlohns wird trotz einer nur geringen Mehrheit im Grossen Stadtrat dem Referendum unterzogen. Mit diesem Schritt soll ein definitiver Beschluss herbeigeführt werden, wie GLP-Grossstadtrat Martin Huber betonte: «Im Rat gab es viele enge Entscheidungen, die zu keiner verlässlichen Politik führen.»
Der Mindestlohn war bereits seit seiner Einführung Anfang 2026 in Luzern ein Streitpunkt. Ursprünglich ging er auf eine Initiative der Juso zurück und wurde im Parlament nur knapp angenommen, da das Referendum damals nicht zustande kam.
Die Debatte um den Mindestlohn bleibt weiterhin kontrovers: Kritiker unter den Bürgerlichen sehen ihn als Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit und bezeichnen ihn als «Insellösung». Dagegen argumentieren linke Parteien, dass der Mindestlohn die Lebensbedingungen vieler Menschen verbessere, insbesondere jener mit niedrigem Einkommen.
Die Diskussion könnte auch nach der Volksabstimmung weitergehen. Auf kantonaler Ebene wird geprüft, ob kommunale Mindestlöhne generell untersagt werden könnten; auf Bundesebene sind Anpassungen im Gespräch.