Drei Jahre nach der Übernahme der Credit Suisse durch die UBS ist der Schweizer Finanzplatz im Wandel begriffen. Der Zusammenschluss hat zwar dazu geführt, dass in Zürich nur noch eine dominierende Grossbank existiert, doch eine neue Studie des Zürcher Bankenverbands zeigt: Die Auswirkungen auf die Beschäftigung sind geringer als befürchtet. Die Relevanz der Bankenbranche für Stadt und Region bleibt ungebrochen.
Laut der Studie stellt die Finanzindustrie 16 Prozent des gesamten Wertschöpfungsbeitrags in der erweiterten Zürcher Region, einschließlich der Kantone Schwyz und Zug, dar. Dieser Beitrag spiegelt sich auch in den Steuereinnahmen wider: Fast die Hälfte der Unternehmenssteuern der Stadt Zürich wird durch den Finanzsektor generiert, während es beim Kanton bis zu 40 Prozent sind.
Die Anzahl der Banken hat sich laut Studie zwischen 2015 und 2024 um etwa 17 Prozent reduziert. Der Zusammenschluss von CS und UBS sowie das Ausscheiden mehrerer ausländisch kontrollierter Banken trugen dazu bei. “Es ist nicht einfach, sich auf dem Schweizer Markt zu etablieren, da dieser bereits gut mit Finanzdienstleistungen versorgt ist,” erklärt Christian Bretscher vom Zürcher Bankenverband.
“Die Studie verdeutlicht die unbestreitbare Bedeutung des Finanzsektors für die Region Zürich. Allein die 24’000 UBS-Mitarbeiter in Zürich tragen zur lokalen Wirtschaft bei, nutzen Infrastruktur und Wohnraum,” fügt Bretscher hinzu.
Die Studie reflektiert noch nicht den Personalabbau im Zuge der Übernahme. Rund 3000 Vollzeitstellen sollen nun abgebaut werden – ein Prozess, der sich erst später in den Statistiken niederschlagen wird. Im Vergleich zur Gesamtzahl an Beschäftigten im Finanzsektor ist dies jedoch relativ gering.
Der Zürcher Bankenplatz hat seine Stabilität auch durch die geopolitischen Spannungen rund um den Irankrieg bewahrt, was zu einem Verlust der Attraktivität für aufstrebende Finanzzentren in Nahost geführt hat. Der hohe Frankenwert zeigt, dass wieder mehr Wert auf Stabilität als auf Dynamik gelegt wird.
Trotz des Personalabbaus bei den Banken ist die Zahl der Vollzeitstellen im Finanzsektor in der Region Zürich um 13 Prozent gestiegen, da andere Bereiche neue Arbeitsplätze geschaffen haben. Dies hat Bretscher nicht überrascht: “Ich war eher erstaunt über die pessimistischen Prognosen zu den Beschäftigtenzahlen.” Im Jahr 2024 trug der Finanz- und Bankensektor mit 102’040 Stellen, davon alleine mehr als 44.000 bei den Banken, etwa zehn Prozent aller Arbeitsplätze in der Region Zürich bei.
Auch Arbeitnehmer, die nicht im Bankensektor tätig sind, profitieren von dem Wissenstransfer und der Ausbildungsmöglichkeit des Sektors. Mehr als die Hälfte der heute in großen Unternehmen der Realwirtschaft Beschäftigten hatte früher eine Finanzkarriere.
Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 26.3.2026, 17:30 Uhr