Die auf Videoproduktion spezialisierte KI-Anwendung Sora von OpenAI, die TikTok und Instagram Konkurrenz machen sollte, wird eingestellt. Disney hatte sogar Interesse gezeigt und wollte eine Milliarde US-Dollar in OpenAI investieren. Die 2024 vorgestellte Software versprach, realistische Umgebungen und Personen zu generieren, wurde aber nun von OpenAI beendet.
Guido Berger leitet die SRF Digital-Redaktion seit 2006 und erklärt digitale Technologien sowie Games.
OpenAI entschied sich aufgrund einer Kosten-Nutzen-Analyse gegen den Weiterbetrieb der App. Videogenerierung erfordert wesentlich mehr Rechenleistung als Textgenerierung, was die Betriebskosten in die Höhe treibt. Trotz anfänglichem Interesse verursachten zusätzliche Nutzer höhere Kosten ohne entsprechende Einnahmen. Sora diente OpenAI lediglich als Experiment, um Daten zu sammeln und Erkenntnisse zu gewinnen.
Trotz der großen Ankündigung 2024 war die App von Anfang an umstritten, da sie für Deepfakes und Plagiate missbraucht wurde. Dies machte eine Verteidigung schwierig, besonders ohne wirtschaftlichen Erfolg. Eine strategische Partnerschaft mit Disney verhinderte Gerichtsverfahren wegen Urheberrechtsverletzungen, doch beiderseitige Rückzieher sind nun einfach.
Obwohl unklar ist, ob ausschließlich die Sora-App eingestellt wird oder generell das Videoerstellen reduziert wird, scheint OpenAI diese Aufgabe Konkurrenten wie Google zu überlassen. Der Fokus liegt nun auf der Verbesserung von Programmcode und autonomer KI, um in einem Wettbewerb mit Firmen wie Anthropic und Google voranzukommen. Ziel ist es, Modelle zu entwickeln, die sich selbstständig verbessern können. Obwohl ungewiss ist, wie nah man diesem Ziel ist, glauben OpenAI und andere Firmen an einen bevorstehenden Durchbruch.
SRF 4 News, 26.3.26, 6:47 Uhr