Die Grenzen der Macht von China und Russland wurden deutlich, als ihr Partner Iran von Israel und den USA angegriffen wurde. Obwohl keine militärische Unterstützung erfolgte, profitieren beide Länder aus unterschiedlichen Gründen: Russland finanziell im Kontext des Ukraine-Konflikts, China politisch auf der Weltbühne.
Die Frage nach der Stabilität der Achse der Autokraten kam auf, als verbale Proteste von China und Russland den Angriffen Israels und der USA auf Iran folgten. Die Partnerschaft zu Iran war stets zweckgebunden ohne Sicherheitsgarantien.
Als Krisenopportunisten verstehen es beide Staaten, sich an neue Umstände anzupassen und davon Nutzen zu ziehen. Obwohl die Nahostkrise steigende Energiepreise und gestörten Handel mit sich bringt – was China besonders hart trifft –, profitiert Russland paradoxerweise von der Situation.
Wladimir Putin ist nicht auf Iran angewiesen, um den Ukraine-Krieg zu führen. Russland produziert genug Drohnen selbst und bezieht Munition und Waffen aus Nordkorea sowie Maschinen und Bauteile aus China. Ein größeres Problem für Putin ist die Finanzierung des Krieges; der Verkauf von Öl unter Marktpreisen aufgrund von Sanktionen verschärft das finanzielle Dilemma.
Der Angriff auf Iran löst zwei zentrale Probleme für Putin: Erstens, steigende Ölpreise und teilweise gelockerte US-Sanktionen stabilisieren die russische Wirtschaft. China könnte nun stärker auf russisches Öl angewiesen sein, was den Bau neuer Pipelines nach China beschleunigen kann.
Zweitens verlagert sich der Fokus der USA von Friedensverhandlungen in der Ukraine. Die militärische Auseinandersetzung in Iran bindet US-Ressourcen und Waffenlieferungen, die sonst an die Ukraine gehen könnten. Je länger dieser Krieg andauert, desto mehr profitiert Russland indirekt.
China sieht seine wirtschaftlichen Interessen durch den Nahostkonflikt beeinträchtigt, gewinnt jedoch politisch, indem es sich als Friedensstifter darstellt und die USA in ihrer Rolle als Aggressor schwächt. Die US-amerikanische Aufmerksamkeit wird von China abgelenkt, was dem Land mehr Spielraum im technologischen und militärischen Wettkampf gegenüber den USA verschafft.
Der Iran-Konflikt vertieft zudem die Kluft zwischen den USA und Europa. Deutschland betonte: «Das ist nicht unser Krieg», um eine Beteiligung zu vermeiden. Ein uneiniger Westen dient somit den Interessen Chinas und Russlands.