An den Stränden der deutschen Ostseeküste entfalten sich dramatische Szenen. Seit mehreren Tagen bemühen sich verzweifelt Menschen um die Rettung eines gestrandeten Buckelwals in der Lübecker Bucht – bisher ohne Erfolg.
Jetzt soll eine Aktion mit schwerem Gerät den Ausschlag geben. Mittels Baggern wird eine 50 Meter lange Rinne ausgehoben, damit sich das Tier von der Sandbank lösen kann. Diese Rettungsaktion spiegelt eine tiefgründige Verbindung zwischen Mensch und Tier wider – eine Beziehung, die in Zeiten des Artensterbens und der Konkurrenz um Lebensräume stark gelitten hat.
Dennoch gibt es immer wieder erstaunliche Fälle, in denen Wildtiere Menschen zur Hilfe eilen. Hier sind drei berührende Geschichten von tierischem Mut und Mitgefühl:
Ein Albtraum für jeden Schwimmer oder Surfer ist der plötzliche Ausblick auf eine Haifischflosse aus dem Wasser. Dieser Moment ereignete sich 2004 vor Neuseeland, als eine Gruppe Schwimmer von Delfinen umgeben wurde. Rettungsschwimmer Rob Howes und seine Tochter mit zwei Freunden im Meer realisierten schnell: Die Delfine bildeten einen schützenden Kreis um sie, denn unter ihnen war ein weisser Hai.
Die sozialen Meeressäuger blieben 40 Minuten bei den Schwimmern, bis der Hai abdrehte und sie zum sicheren Ufer zurückbrachten. Dieser Vorfall erregte weltweit Aufsehen.
Ein Zoobesuch in den USA wurde 1996 zum Alptraum: Ein dreijähriger Junge rutschte aus den Armen seiner Mutter und fiel fünf Meter tief in das Gorillagehege des Brookfield Zoo in Chicago. Doch von den Menschenaffen musste er sich nicht fürchten.
Die achtjährige Gorilladame «Binti Jua» handelte sofort, hob den Kleinkind auf und trug ihn um ihren Oberkörper zu einem Durchgang, wo menschliche Retter warteten. Diese Rettungsaktion wurde gefilmt.
Der Tsunami im Jahr 2004 in Südostasien zählt zu den verheerendsten Katastrophen der jüngeren Vergangenheit. Über 230’000 Menschen starben allein in Thailand, wo Elefanten für ihre Weitsicht und Intelligenz geschätzt werden.
In Phuket erkannte ein Baby-Elefant namens «Ning Nong» das bevorstehende Unglück. Mit der achtjährigen Amber Owen auf dem Rücken ignorierte er die Anweisungen seines Trainers und rannte hundert Meter ins Landesinnere.
Der junge Elefant hielt beim Hotel von Ambers Familie an, wo sie sich hinter einer Mauer in Sicherheit bringen konnte. Auch ihre Mutter und Stiefvater überstanden die Katastrophe.
SRF 4 News, 23.3.2026, 13 Uhr