Der Buckelwal vor Timmendorfer Strand hat sich selbstständig aus seiner misslichen Lage befreit, jedoch den Weg ins offene Meer nicht gefunden und ist zurückgekehrt. Der Wal hatte sich auf einer Sandbank an der Ostseeküste Deutschlands festgesetzt.
Nach Angaben von dpa war am Freitagmorgen zu hören, dass das Tier, welches tagelang im Gebiet vor Timmendorfer Strand gestrandet war, wieder gesichtet wurde und in der Lübecker Bucht schwamm. Ein Schwimmbagger hatte eine Rinne ausgehoben, durch die sich der 12 bis 15 Meter lange Wal ins tiefere Wasser begeben konnte, wie Biologe Robert Marc Lehmann bestätigte. Dieser hatte dem Tier am Vortag geholfen und versucht, es mithilfe der Rinne zu leiten.
Es ist entscheidend, dass der Meeressäuger im offenen Wasser verbleibt und idealerweise in die Nordsee schwimmt. Zwei Boote sollten ihn dorthin begleiten. Dennoch fand er den Weg nicht und kehrte Stunden nach seiner Befreiung zurück nahe Timmendorfer Strand. Laut “Bild”-Zeitung befindet sich der Wal nur noch einige hundert Meter von jenem Ort entfernt, an dem er festsaß.
Robert Marc Lehmann hatte bereits vorher Bedenken geäußert: Die Befreiung sei kein endgültiges Ziel, sondern ein Zwischenschritt. Der natürliche Lebensraum des Wals liegt im Atlantik. Der Wal ist aufgrund einer Hautkrankheit und Bewuchs geschwächt und konnte nicht mit einem Sender versehen werden, zudem hatte er sich in einer Leine verfangen und nichts gefressen.
Die Kosten der Rettungsaktion belaufen sich laut Timmendorfers Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke auf mindestens 40.000 Euro, inklusive Personal- und Materialkosten für Polizei, Küstenwache, DLRG sowie andere Institutionen. Ministerpräsident Daniel Günther von Schleswig-Holstein hatte zuvor zugesagt, die Kosten zu übernehmen. Die Landesregierung stellte Boote bereit, um das Tier durch die Ostsee zu lotsen und ein erneutes Stranden zu verhindern. Nun sollen laut Medienberichten diese Boote versuchen, mit lauten Geräuschen den Wal von der Küste fernzuhalten.