Der alle vier Jahre erscheinende Bildungsbericht beleuchtet die Stärken und Schwächen des Schweizer Bildungssystems. Bundespräsident Guy Parmelin, der auch das Wirtschaftsministerium leitet, hebt den Nutzen dieser Daten für politische Entscheidungen hervor: «Angesichts knapper finanzieller Ressourcen ist es entscheidend, in welchen Bereichen wir unsere Investitionen tätigen.» Das Engagement von Unternehmen spielt dabei eine wesentliche Rolle.
Der Bericht verdeutlicht die Bedeutung des unternehmerischen Engagements für die Wirtschaft, da etwa 75 Prozent der Firmen Kosten übernehmen oder Weiterbildung während der Arbeitszeit ermöglichen. Laut Bundesamt für Statistik erhalten mehr als 90 Prozent der in Weiterbildung befindlichen Arbeitnehmenden Unterstützung, auch von Bund, Kantonen und öffentlicher Verwaltung.
Die politische Debatte dreht sich um die Finanzierung: Der Bundesrat plante, Beiträge abzuschaffen, doch das Parlament fügte Korrekturen an. Es gibt nun weniger Mittel als bisher, aber nicht gar keine mehr.
Dies ist wichtig, um Menschen im Arbeitsmarkt zu halten und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, erklärt die Zürcher Ständerätin Tiana Moser (GLP): «Wir konnten einen Kahlschlag verhindern. Der Bundesrat wollte alles streichen, was nicht der Realität entspricht. Es gibt erheblichen Handlungsbedarf, besonders bei den Tiefqualifizierten in der Schweiz.»
Moser, die Präsidentin des Schweizerischen Verbandes für Weiterbildung ist, betont das Bestreben, auch Mittel für die Weiterbildung von Tiefqualifizierten wieder zu sichern.
Der Bericht macht jedoch auch auf Grenzen aufmerksam: Ohne Unterstützung bleibt Weiterbildung oft aus. Gründe dafür sind unter anderem fehlende Zeit, familiäre Verpflichtungen und hohe Kosten.