Das Schlagwort «six seven», geprägt durch den Zusammenschluss der Zahlen Sechs und Sieben, hat in Schulen für Aufsehen gesorgt. Lehrkräfte haben es in einigen Einrichtungen aus dem Unterricht verbannt.
Der Ausdruck entstand als viraler Hype auf Social Media, inspiriert durch den Song «Doot Doot (6 7)» von US-Rapper Skrilla und insbesondere durch das Video von Maverick Trevillian, der es populär machte. Seither reagieren Jugendliche in sozialen Medien auf verschiedenste Situationen mit «six seven», begleitet von einer typischen Handbewegung.
Im Unterricht führt die Zahl 67 oft zu Gelächter bei den Schülern, besonders wenn sie im Mathematik- oder Englischunterricht auftaucht. Laut Nau.ch provozierten einige Schüler in Zürich ihre Lehrerin gezielt mit der Frage nach ihrer Aufstehzeit, um eine Antwort wie «at six seven» zu erhalten.
Einige Lehrkräfte haben daraufhin das Wort verboten. Manuela, eine siebenjährige Schülerin aus einer Zürcher Primarschule, berichtet: «Meine Lehrerin hat six seven verboten. Aber die Älteren machen es trotzdem!» Sie und ihre Freundinnen halten sich ans Verbot und kommunizieren stattdessen mittels Handzeichen.
In Köniz BE droht sogar der Ausschluss aus dem Klassenzimmer bei Verwendung des Ausdrucks, wie eine Schülerin berichtet. In Egg ZH sollen Hort- und Kindergartenkinder angewiesen worden sein, «six seven» zu unterlassen. Die betroffenen Schulen bestätigten die Maßnahmen gegenüber Nau.ch nicht oder bezeichneten sie als irrelevant.
Dr. Beat A. Schwendimann vom Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) gibt an, dass keine statistischen Daten über Wortverbote vorliegen. Schulen seien jedoch berechtigt, interne Richtlinien zu störenden Trends zu erlassen. «Lehrpersonen haben das Recht und die Pflicht, den Unterrichtsfluss zu steuern», so Schwendimann.
Er betont, dass Lehrkräfte zunehmend Zeit damit verbringen müssen, die Ordnung wiederherzustellen – ein Trend, der sich laut dem OECD-Survey von 2024 deutlich verstärkt hat. Der LCH unterstreicht die gemeinsame Verantwortung von Schule und Elternhaus für den Bildungserfolg und ruft zu gegenseitiger Rücksichtnahme im Unterricht auf.
Lehrpersonen sehen sich nicht nur mit «six seven», sondern auch mit anderen Störungen konfrontiert. Schwendimann hebt hervor, dass ein klärender Dialog über angemessene Kommunikation bevorzugt werden sollte.