Die Wohnungssuche in der Schweiz wird immer schwieriger. Derzeit stehen nur etwa ein Prozent aller Wohnungen und Einfamilienhäuser frei, was eine kontinuierliche Abnahme der Leerwohnungsziffer über die letzten fünf Jahre widerspiegelt. Die Situation ist besonders kritisch in Zürich, wo im Jahr 2025 lediglich 0,1 Prozent aller Immobilien verfügbar waren.
Um dieser Herausforderung zu begegnen, stehen im Kanton Zürich drei Vorlagen zur Abstimmung am 14. Juni 2026:
Die erste Initiative fordert die Gründung einer öffentlich-rechtlichen Wohnbaugesellschaft mit einem Startkapital von 500 Millionen Franken. Dies soll den gemeinnützigen Wohnungsbau fördern. Der Kantonsrat hat einen Gegenvorschlag entwickelt.
Die zweite Initiative, bekannt als “Wohnschutz-Initiative”, zielt darauf ab, Mieter vor Leerkündigungen zu schützen. Gemeinden sollen Maßnahmen wie eine Bewilligungspflicht für Umbauten einführen können. Auch hier existiert ein Gegenvorschlag des Kantonsrats.
Die dritte Vorlage unterstützt staatliche Förderung von Wohneigentum, indem sie vorsieht, dass bei öffentlichen Wohnbauprojekten die Hälfte als erschwingliches Eigenheim zur Verfügung steht. Dabei umfasst dies auch Darlehen und Hypotheken.
Während die Linke und Mieterverbände auf staatliche Stiftungen und Kündigungsschutz setzen, betonen bürgerliche Kreise die Notwendigkeit der Förderung von Wohneigentum und einer Ausweitung des Angebots durch Deregulierung. Die “Wohnschutz-Initiative” ist besonders umstritten. Walter Angst vom Zürcher Mieterverband befürwortet striktere Maßnahmen gegen Kündigungen aufgrund von Sanierungsplänen, da viele Immobilien trotz guter Bausubstanz abgerissen werden.
Tina Deplazes von der Mitte Partei im Kanton Zürich argumentiert, dass ein übermäßiger Schutz den Markt blockiere und Neumieter benachteilige. Sie plädiert für eine Vereinfachung der Bauprozesse und staatliche Anreize zum effizienteren Bauen.
Angst hingegen ist skeptisch, ob das zusätzliche Angebot die steigenden Preise in den Griff bekommen könne, da er der Immobilienbranche zu viel Macht zuschreibt. Er fordert zwingende Regulierungen zur Eindämmung von “absurden Aufwertungen”.
In einer Diskussion auf SRF “Forum” finden beide überein, dass ein Ausbau des Angebots notwendig ist und Genossenschaftsbauten gestärkt werden sollten. Der Nationalrat hat kürzlich zusätzliche Mittel für den gemeinnützigen Wohnungsbau beschlossen. Diese Gelder sollen in einen Fonds fließen, der Darlehen für Neubauten und Erneuerungen bereitstellt.