Das Kuratorium des renommierten Kulturfestivals hat sich von seinem bisher erfolgreichen Intendanten Markus Hinterhäuser getrennt. Die genauen Gründe könnten bald juristisch verhandelt werden. Zugleich steht das Festival vor zahlreichen Herausforderungen. Seit über einem Jahrhundert sind die Salzburger Festspiele ein Schaufenster für Weltklasse im Musiktheater, Konzerten und Schauspiel. Doch hinter den Kulissen hat in jüngster Zeit eine Auseinandersetzung zwischen dem Intendanten und dem Kuratorium stattgefunden. Am Donnerstag erreichte diese Eskalation mit der Entlassung Hinterhäusers ihren Höhepunkt. Das Kuratorium erklärte, dass “unüberbrückbare Meinungsverschiedenheiten” zu diesem Schritt geführt hätten. Der Intendant wurde bis September beurlaubt, nachdem sich die Trennung bereits im Februar abzeichnete. Der Konflikt drehte sich nicht um künstlerische oder finanzielle Fragen, sondern vielmehr um Hinterhäusers Führungsstil. Unter seiner Leitung verzeichneten die Festspiele seit 2011 kontinuierliche Erfolge und eine fast vollständige Auslastung der Plätze. Seine Programme gelten als inhaltlich hochwertig, mit einer Mischung aus Glamour und intellektuellem Anspruch. Der Begriff “Wohlverhalten” steht im Mittelpunkt des Streits. Er ist Teil eines Vertrags, den Hinterhäuser ursprünglich bis 2031 binden sollte. Das neu besetzte Kuratorium unter Landeshauptfrau Karoline Edtstadler sieht diese Klausel als verletzt an. Die genauen Vorfälle werden jedoch nicht öffentlich diskutiert und könnten bald gerichtlich behandelt werden. Ein zentraler Konfliktpunkt war die Berufung einer neuen Leitung für die Schauspielsparte nach dem Ausscheiden von Marina Davydova im Jahr 2024. Hinterhäuser benannte öffentlich Karin Bergmann als Favoritin, obwohl sie sich nicht offiziell beworben hatte. Daraufhin erhielt er eine “gelbe Karte” vom Kuratorium, was auf eine Verschärfung des Konflikts hindeutete. Berichte über Hinterhäusers angebliches unangemessenes Verhalten in Sitzungen könnten ebenfalls juristisch relevant werden. Der Intendant bestreitet diese Vorwürfe. Neben der Führungskrise muss das Kuratorium auch dringende Sanierungsarbeiten im Festspielbezirk planen, die ab Herbst 2028 zu einer vorübergehenden Schließung des Großen Festspielhauses führen. Für die Festspiele 2029 und 2030 ist der Bau einer temporären Konzerthalle geplant, deren Details noch unklar sind. Die Suche nach einem neuen Intendanten gestaltet sich schwierig; mehrere Kandidaten haben abgelehnt. Die Wahlzürcherin Cecilia Bartoli bleibt Leiterin der Pfingstfestspiele und könnte im Sommer eine wichtige Rolle spielen.