Seit vier Wochen tobt der Krieg in Iran, geprägt von Bombenangriffen, Drohungen zwischen Washington und Teheran sowie wirtschaftlichen Turbulenzen. Doch was bedeutet dieser Konflikt für die Menschen vor Ort? Vier Einwohner teilen ihre Gefühle – eine Mischung aus Furcht und Hoffnung auf Veränderung. Die Kommunikation mit dem Ausland ist riskant, das Internet unterbrochen und die Repressionen andauern. Unter falschen Namen berichten sie von ihrem Leben in dieser chaotischen Zeit. Zara Ahmadpour, 35, lebt mit ihrer Familie in Isfahan. Nach den ersten Bombardements erlebt sie eine permanente Wachsamkeit. Trotz der Angst findet sie Momente des Alltagslebens und Hoffnung auf einen Regimewechsel, nachdem die Proteste im Januar blutig niedergeschlagen wurden. Die Kriegslage ist für viele Iraner widersprüchlich: Einerseits fürchten sie die Gefahr der Angriffe, andererseits gibt es Applaus bei den ersten Bombardements. Ahmadpour hofft auf eine Befreiung durch äußere Mächte und sieht im Krieg ein notwendiges Übel. Laut Regierungsangaben sind bisher rund 2000 Iraner getötet worden, während Zehntausende verletzt wurden. Die Menschen tragen die Verluste mit Solidarität, trotz der Angst vor einer Verschlechterung der Lage oder einem Bürgerkrieg. Mohsen Alizadeh hingegen unterstützt weiterhin das Regime und glaubt an den militärischen Erfolg Irans, obwohl seine Familie gespaltene Ansichten vertritt. Er sieht die USA als Hauptverantwortliche für die Krise. Zusammengefasst sind die Iraner zwischen Angst und Hoffnung gefangen: Einerseits mit der Möglichkeit eines Regimewechsels konfrontiert, andererseits von einer unsicheren Zukunft bedroht. Trotz Überwachung sprechen sie offen miteinander über ihre Träume und Ängste.