Die Stellung des Dollars ist entscheidend für die Vorherrschaft der USA, wobei sein Einfluss vom Zugang zu globaler Ölversorgung abhängt. In einem bemerkenswerten Schritt hat die US-Regierung unter Sanktionen stehendes iranisches Öl freigegeben, um den Anstieg des Ölpreises und somit das Einkommen des iranischen Regimes zu begrenzen, wie Finanzminister Scott Bessent gegenüber NBC erklärte: «Wir machen Jiu-Jitsu mit den Iranern.» Dieses Manöver verdeutlicht die Dringlichkeit der USA im Kontext der Strasse von Hormuz als Prüfstein ihrer finanziellen Dominanz. Der Dollar, so effektiv wie das amerikanische Militär, steht auf dem Spiel, da seine Macht eng mit dem Ölmarkt verknüpft ist.
Der Zusammenhang zwischen Dollar und Öl hat historische Wurzeln im Petrodollar-System der 1970er Jahre, als die USA ihren Handelsbilanzdefizit nicht mehr mit Gold abdecken konnten. Durch eine Partnerschaft mit Saudi-Arabien wurde das System des Rohstoff-Standards eingeführt, wodurch der Dollar seinen Status behauptete.
Inmitten der aktuellen geopolitischen Spannungen könnte ein Misserfolg der USA im Iran-Krieg den Dollar in einer kritischen Phase bedrohen. Der Harvard-Professor Kenneth Rogoff prognostiziert, dass die globale Dominanz des Dollars innerhalb von 25 Jahren enden wird. Die Entdollarisierung ist bereits erkennbar – die Devisenmärkte sehen einen wachsenden Anteil an Energiegeschäften in nicht-dollarbezogenen Verträgen, wie JP Morgan feststellt.
Obwohl der chinesische Yuan durch eine manipulierte Wechselkurspolitik behindert wird, wächst sein Einfluss dank Chinas wachsender Wirtschaftsmacht und stärkerer Handelsbeziehungen mit dem Nahen Osten. Saudiarabien hat seine Ölexporte nach China bereits vervierfacht.
Der Goldpreis hat sich verdreifacht, getrieben durch ein Misstrauen gegenüber dem Dollar infolge der hohen US-Verschuldung. Dies stärkt Chinas Position als größter Goldproduzent und -reservenhalter, was die Glaubwürdigkeit des Yuan erhöht.
Amerikas Aussenhandelsdefizit führt zu einem Schuldenüberschuss von 26 000 Milliarden Dollar gegenüber dem Rest der Welt. Dies könnte eine gefährliche Spirale aus höheren Zinsen und gesteigerten Schuldendiensten nach sich ziehen, wie Wirtschaftsexperte Joseph Gagnon warnt.
Der Zollstreit unter Trump hat den Wert des Dollars geschwächt, während die US-Notenbank das Inflationsziel verfehlt. Die Kombination dieser Faktoren könnte eine schrittweise Ablösung des Dollar als Leitwährung beschleunigen. Der Iran-Krieg stellt für die USA eine Zwickmühle dar: Einerseits könnte es zu einem Verlust der Kontrolle über den Ölverkehr kommen, andererseits birgt ein langer Konflikt wirtschaftliche Risiken.