Der Rekordanstieg der Rüstungsausgaben im Jahr 2025 dominiert die Diskussionen innerhalb der Nato, während das belastete Verhältnis zwischen den USA und Europa in den Hintergrund tritt. Nach der Annexion der Krim durch Russland im März 2014 setzte sich die damalige 28 Mitglieder starke Allianz bei ihrem Wales-Gipfel zum Ziel, dass alle Mitgliedsstaaten bis zu einem Zeitraum von zehn Jahren mindestens zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung ausgeben sollten. Die USA, das Vereinigte Königreich und Griechenland erfüllten dieses Ziel bereits damals.
Im Jahr 2025 erreichten alle der nun 32 Mitgliedstaaten die vereinbarte Marke, wobei Belgien, Kanada, Albanien, Spanien und Portugal exakt bei zwei Prozent lagen, während Italien, Tschechien, Slowenien und Frankreich nur knapp darüber waren. Island fällt aus diesem Rahmen, da es keine eigenen Streitkräfte hat.
Die Erhöhung der Verteidigungsausgaben in Europa und Kanada war deutlich, insbesondere seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine vor vier Jahren, was eine Rekordsteigerung von 19,6 Prozent im Jahr 2025 verursachte. Unter Trumps zweiter Amtszeit wurde den europäischen Partnern klargemacht, dass sie sich bei der Erreichung ihrer Ziele beeilen müssen. Im Juni 2025 setzte die Nato ein neues Ausgabenziel von fünf Prozent fest, davon 3,5 Prozent für reine Verteidigung, das bis 2035 erreicht werden soll.
Laut den aktuellen Daten sind Polen, Litauen und Lettland bereits über diese Marke hinaus, Estland folgt dicht. Die geografische Nähe zu Russland spiegelt sich in den Ausgaben wider, wobei die Slowakei und Ungarn zurückbleiben.
Während Europa und Kanada ihre Budgets erhöhten, sank der Anteil der USA leicht. Trotzdem bleibt Washington mit rund 45 Prozent des gesamten Nato-Verteidigungsbudgets (838 Milliarden Dollar) führend. Die Alliierten haben noch nie so viel in Verteidigung investiert wie im Vorjahr, auch wenn die relative Wirtschaftskraft geringer ist als während des Kalten Krieges.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte betonte bei der Präsentation des Jahresberichts, dass die Nato stärker denn je sei. Trotz Trumps Kritik an den europäischen Verbündeten als “Feiglinge” wegen ihrer Zurückhaltung in der Hormuz-Strategie, wies Rutte entsprechende Fragen zurück und verwies auf Diskussionen über Beiträge zur Sicherheit der Seewege.
Ein französischer Vorschlag sieht einen Einsatz vor der iranischen Küste nur nach einem Waffenstillstand vor, was momentan unwahrscheinlich ist.