Am Samstag marschierten mehrere tausend Menschen friedlich und bunt durch Lausanne, um sich mit Trommeln, Masken und politischen Parolen gegen Rechtsextremismus auszudrücken. Die von linken Autonomen organisierte Veranstaltung zog laut Polizeiangaben rund 4000 Teilnehmer an, die Slogans wie «Keine Faschos in unseren Quartieren» skandierten.
Hauptsächlich waren es junge Menschen und Familien mit Kindern, die sich farbenfrohe Kostüme, Blumen- oder Clownmasken zulegten. Statt Reden gab es Trommeln, Knallkörper sowie Konfetti. Auf Plakaten standen Forderungen wie «Tax the Rich» («Besteuert die Reichen») und «Expulser les Fachos» («Weg mit den Faschisten»). Gelegentlich wurde das provokante Akronym ACAB, was für «All Cops Are Bastards» steht, auf Gehwege gesprayt. Die Polizei hielt sich zurück und war nur an wichtigen Kreuzungen sichtbar.
Rechtsextreme Organisationen hatten zuvor Gewaltandrohungen ausgesprochen und versucht, die Veranstaltung zu verhindern. Gruppen wie der «Active Club Romandia» riefen auf X zur «massiven» Gegendemonstration auf, während die «Front Contre Révolutionnaire» zum gewaltsamen Eingreifen aufforderten. Die «La Jeunesse 13 Nationaliste» plakatierte sogar Aufrufe zu Gewalt, weshalb die Stadt Lausanne Anzeige erstattete. Am Tag des Umzugs traten jedoch keine Rechtsextremen in Erscheinung.
Die Stadt hatte den Protestzug mit Auflagen genehmigt; ursprünglich geplante Stationen an symbolträchtigen Orten wurden von vier auf 1,5 Kilometer reduziert. Die Behörden drohten zudem, mögliche Schäden am Stadteigentum den Organisatoren in Rechnung zu stellen.
Die Neuinterpretation der Fasnacht als Protest fand erstmals im vergangenen Jahr statt und wurde unter anderem durch die gewalttätigen Übergriffe auf Teilnehmerinnen einer feministischen Demonstration vom 24. Juni 2024 motiviert.