Armin Scheurer, ein Ausnahmesportler, erhielt vor 75 Jahren die erste Schweizer Sportauszeichnung als Schweizer Sportler des Jahres für seine Errungenschaften im Jahr 1950. Er übertraf bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Brüssel alle Konkurrenten mit einem Schweizer Rekord im Stabhochsprung (4 Meter 30), der Teil seines Zehnkampfs war und auch die Höhe des Siegers darstellte. Dieser Erfolg wurde durch das Erscheinen der Nummer «430» auf seinem VW Käfer gewürdigt.
In einer Zeit, in der Männer alleinige Preisträger waren, setzte sich Scheurer gegen namhafte Sportler wie Radprofi Ferdy Kübler und Turner Walter Lehmann durch. Im Leichtathletikbereich errang er fünfzehn Schweizer-Meistertitel und gewann zweimal den Turnfestwettbewerb. Seine Fähigkeiten im Fußball bewies er als Torhüter, später in der Verteidigung nach einer Armverletzung und schließlich als Mittelstürmer des FC Biel.
Trotz eines wenig erfahrenden Trainers, Hardy Walter, gelang es Scheurer mit dem FC Biel, während der Saison 1946/47 die Nationalliga A zu dominieren. Der Klub, bekannt für seine Kondition, Kameradschaft und Kampfkraft, erreichte den einzigen Meistertitel in seiner Geschichte, während der Erzrivale YB abstieg.
Scheurer verblieb dreizehn Saisons lang beim FC Biel. Nach einer Armverletzung trat Fritz Jucker seine Rolle als Stammgoalie an; beide teilten sich auf Reisen ein Zimmer und pflegten eine freundschaftliche Beziehung.
Nach seiner aktiven Karriere unterrichtete Scheurer drei Jahrzehnte lang Sport an der Eidgenössischen Turn- und Sportschule in Magglingen. Sein Spitzname war «Senn von Magglingen».
Geboren als Schreiner aus einfachen Verhältnissen, diente er während des Zweiten Weltkriegs am Bodensee. Trotz eines früheren Engagements bei den Olympischen Spielen in London blieb ihm die Teilnahme an den Spielen 1952 wegen einer umstrittenen Amateurregelverletzung verwehrt.
Seine Goldmedaille aus dem Jahr 1950, einst von seiner Frau getragen, ging durch Diebstahl verloren und tauchte später in Spanien wieder auf. Sie befindet sich heute in Westaustralien im Besitz seiner Tochter. Armin Scheurer verstarb am 25. August 1990, fast genau vierzig Jahre nach seinem legendären Sprung in Brüssel.