Unter Ökologen wird das Buch als Kultstatus angesehen, während es bei liberalen Wirtschaftswissenschaftlern auf Ablehnung stößt – selten hat ein Werk so polarisiert. In den frühen 1970er Jahren wuchs die Besorgnis über Umweltprobleme erheblich. Paul Ehrlichs Warnungen vor einer Bevölkerungsexplosion in seinem Buch «The Population Bomb» von 1968 wurden durch die erste Weltumweltkonferenz 1972 in Stockholm ergänzt, was den Beginn der internationalen Umweltpolitik markierte. Im selben Jahr erschien auch «The Limits to Growth» von Donella und Dennis Meadows, Jörgen Randers und William Behrens, das schnell zum Weltbestseller avancierte.
Die Autoren warnten mit einem neuen Computermodell vor den Folgen des exponentiellen Wachstums der Bevölkerung, Wirtschaft und Ressourcenverbrauch. Ohne Änderungen drohe demnach ein Zusammenbruch der Zivilisation. Das Buch wurde zur Inspirationsquelle für die Umweltbewegung und lieferte jahrzehntelang akademische Legitimität für umweltpolitische Maßnahmen.
Liberale Ökonomen, darunter Nobelpreisträger William Nordhaus, kritisierten das Buch scharf. Ihnen zufolge verfügten die Autoren über eine unzureichende Kenntnis wirtschaftlicher Prozesse und ihre Berechnungen seien zu simplifiziert. Trotz der Vorhersagen setzte sich sowohl Bevölkerungs- als auch Wirtschaftswachstum fort, ohne dass die prognostizierten Katastrophen eintraten. Es wurde erkannt, dass wirtschaftliches Wachstum durchaus ressourcenschonend möglich ist und Alternativen zu knappen Ressourcen entwickelt werden können.
Trotz des Fehlschlags der alarmierenden Prognosen berufen sich viele Akademiker, Politiker und Aktivisten weiterhin auf das Buch. Der symbolische Einfluss übertrifft dabei den tatsächlichen inhaltlichen Wert erheblich.