Ein bahnbrechendes Experiment am Cern in Genf hat Physiker weltweit ins Rampenlicht gerückt: Zum ersten Mal wurde eine Wolke aus 92 Antiprotonen erfolgreich auf einem Lastwagen transportiert. Unter der Leitung von Stefan Ulmer, einem renommierten Teilchenphysiker, demonstrierte die Base-Arbeitsgruppe, dass diese Antiprotonen über zehn Kilometer hinweg in einer elektromagnetischen Falle gehalten werden konnten.
Antimaterie reagiert bei Kontakt mit normaler Materie durch Vernichtung. Dieses Experiment erinnert an Erzählungen aus dem Buch “Illuminati” von Dan Brown, wo Antimaterie zur Zerstörung des Vatikans genutzt wird. In einer Welt voller Antimaterie würden Antiprotonen eine fast unbegrenzte Lebensdauer haben.
Das Universum besteht jedoch hauptsächlich aus Protonen, Neutronen und Elektronen. Die Lagerung von Antiprotonen ist komplex; sie können nur überleben, wenn sie strikt von normaler Materie isoliert sind, da sie sich sofort zerstören würden.
Das Interesse an Antiprotonen rührt daher, dass die Menge der Materie und Antimaterie im Universum ein Rätsel darstellt. Theoretisch sollten beim Urknall gleich viele Teilchen wie Antiteilchen entstanden sein, was zu ihrer gegenseitigen Vernichtung geführt hätte – ausser Strahlung wäre nichts übrig geblieben.
Die Forschungsgruppe um Ulmer untersucht die Möglichkeit einer Verletzung der CPT-Symmetrie, welche besagt, dass Naturgesetze unverändert bleiben bei Ladungsaustausch (C), Raumspiegelung (P) und Zeitumkehr (T). Um diese Symmetrie zu testen, messen sie Antiprotonen präzise am Cern.
Bisher konnten keine Verletzungen der CPT-Symmetrie festgestellt werden. Die Forscher haben jedoch bereits gezeigt, dass das Ladungs-Massen-Verhältnis und das magnetische Moment von Protonen und Antiprotonen nahezu identisch sind.
Um genauere Messungen zu ermöglichen, transportierten sie die Antiprotonen in einer mobilen Falle mit einem Lastwagen zu einem ruhigeren Ort. Dieses Experiment diente als Testlauf für eine mögliche Transportlösung über längere Distanzen. Die 20-minütige Fahrt verlief ohne Probleme, obwohl die Antiprotonen dennoch in einer anderen Falle für Präzisionsmessungen umgeladen werden müssen.
Erste Ergebnisse sind frühestens nach vier Jahren zu erwarten. Obwohl die Messung selbst derzeit wenig Aufmerksamkeit erregt, ist sie ein wichtiger Schritt im Verständnis des Materie-Antimaterie-Verhältnisses.