Der frühere SVP-Nationalrat und Unternehmer Peter Spuhler distanziert sich in der “Samstagsrundschau” von SRF von den Positionen seiner ehemaligen Partei bezüglich der Initiativen zur Begrenzung der Einwanderung auf 10 Millionen Menschen sowie der Neutralitätsinitiative. Obwohl die SVP-Delegierten einstimmig für die Initiative “Keine 10-Millionen-Schweiz” stimmten, spricht sich Spuhler dagegen aus und bezeichnet diese als zu extrem. Er argumentiert, dass Industrie, Gesundheitswesen und Forschung auf Ausländer angewiesen seien und kritisiert die Initiative für ihre Radikalität.
Spuhler hebt hervor, dass auch linke und grüne Positionen den freien Personenverkehr mit der EU betonen, welcher durch die Annahme der Initiative gefährdet sein könnte. Er selbst unterstützt ebenfalls diesen Verkehr und schlägt vor, dass die Schweiz ihre Spielräume stärker nutzen sollte, auch wenn dies bedeutet, gelegentlich gegen Regeln zu verstoßen.
Ein weiterer Streitpunkt ist die Neutralitätsinitiative der SVP, die nur Sanktionen auf Basis von Uno-Beschlüssen zulassen will. Trotz potenzieller wirtschaftlicher Vorteile für sein Unternehmen Stadler Rail in Belarus lehnt Spuhler diese Initiative ab und betont die Unmoraligkeit Russlands Handlungen in der Ukraine.
Spuhlers Abweichung von der SVP-Linie ist nicht neu: Er hat bereits frühere Initiativen wie die zur Masseneinwanderungs- und Begrenzungsinitiative aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt. Auch beim neuen EU-Vertragspaket zeigt er sich unschlüssig, da er es wirtschaftlich für unterstützenswert hält, jedoch staatspolitische Bedenken hat.
Die SVP spricht von einem “Kolonial-” oder “Unterwerfungsvertrag”, während Spuhler noch keine Entscheidung getroffen hat. Dennoch betont er seine Verbundenheit zur Partei: “Ich bin SVP und ich stehe zur SVP.”