Zum wiederholten Mal ist mit erheblichen Verkehrsbehinderungen am Gotthard-Nordportal über die Osterfeiertage zu rechnen. Der Touring Club Schweiz (TCS) warnt vor einem umfangreichen Stau, der sich bereits ab Gründonnerstag bis zum Abend des Karfreitags aufbauen dürfte. Vor allem am Gotthard-Nordportal sind Wartezeiten von mehr als zwei Stunden möglich.
Bereits im Vorfeld kann es zu Engpässen kommen. Frühreisende, die vor Gründonnerstag Richtung Süden unterwegs sind, könnten mit einer Stunde Verzögerung rechnen müssen. Nach dem Mittag am Gründonnerstag wird jedoch ein signifikantes Ansteigen des Verkehrsaufkommens erwartet. Wie in den Vorjahren könnte sich die Blechlawine kilometerlang aufbauen.
Letztes Jahr verlängerte sich der Stau an Karfreitag zeitweise auf 15 Kilometer, und auch bei der Rückreise war Geduld gefragt – bis zu zehn Kilometer lange Warteschlangen wurden am Südportal beobachtet. Dieses Jahr dürften die Verkehrsprobleme ähnlich gelagert sein. Bereits am Ostersonntag wird mit der ersten Rückreisewelle gerechnet, wobei ab Mittag Wartezeiten von 1,5 Stunden erwartet werden. Am Ostermontag könnte sich die Situation noch weiter zuspitzen: Nachmittags bis in den Abend hinein könnten Autofahrer mit einem Zeitverlust von bis zu drei Stunden rechnen müssen.
Der TCS rät zu Flexibilität und empfiehlt, frühmorgens den Gotthard-Tunnel zu nutzen oder auf alternative Routen auszuweichen. Hierbei werden die San-Bernardino-Route sowie der Autoverlad durch Lötschberg oder Simplon als Optionen genannt. Allerdings ist auch auf diesen Strecken mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen.
Der zeitliche Anlass für diese jährlichen Engpässe liegt in den Frühlingsferien, die dieses Jahr früh beginnen und sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland stattfinden. Hinzu kommt das nasskalte Wetter der vergangenen Tage, was zu vermehrten Reisen Richtung Süden führen dürfte.
Im Tessin hingegen zeigt sich bei den Hotelbuchungen Stabilität: Laut Tourismus-Direktor Angelo Trotta liegt die Auslastung knapp eine Woche vor Ostern bei rund 50 Prozent, vergleichbar mit dem Vorjahr. Trotta betont eine konstante Nachfrage, auch wenn kurzfristige Buchungen zu Schwankungen führen können. Die Auswirkungen geopolitischer Entwicklungen wie des Iran-Kriegs auf das Reiseverhalten sind nach Einschätzung von Tourismus Ticino schwer absehbar.
Der TCS hält fest, dass der Anstieg des Verkehrs wahrscheinlich wetterbedingt ist und weniger mit geopolitischen Ereignissen zu tun hat.