Nach einer Abwesenheit von dreizehn Jahren sind die Berliner Philharmoniker wieder Teil der Osterfestspiele, die einst durch Herbert von Karajan ins Leben gerufen wurden. Die Premiere von «Rheingold» unter Kirill Petrenko erregt großes Aufsehen trotz der anhaltenden Führungskrise der Salzburger Festspiele. Die Spannungen zwischen Intendant Markus Hinterhäuser und dem Kuratorium haben zu dessen Beurlaubung geführt, was Fragen über die Zukunft des traditionsreichen Festivals aufwirft. Nikolaus Bachler, derzeitiger Intendant der Osterfestspiele vor Ort, sieht sich durch den Skandal um seine Konkurrenz belastet. Am Freitag eröffnete Kirill Petrenko mit einer «Rheingold»-Premiere das von Karajan begründete Festival. Dies markiert die Rückkehr der Berliner Philharmoniker nach Salzburg, wo sie seit 1967 als Residenzorchester fungierten. Nach einem Finanzskandal und künstlerischer Ermüdung hatten sich die Philharmoniker auf eine Osterresidenz in Baden-Baden konzentriert. Ihre Rückkehr unter Petrenko ist ein bedeutender Coup, obwohl Bachler durch den Streit um Hinterhäuser abgelenkt wird. Zur Interimsführung der Festspiele werden Namen wie Cecilia Bartoli oder Barrie Kosky genannt, wobei Bachlers Name ebenfalls fällt. Bei einem Pressegespräch zeigte er sich unzufrieden über die Spekulationen und wollte sich nicht äußern. Bachler ist bekannt für seine Führungskraft – ein Charakterzug, der ihm in seiner Zeit als Intendant der Bayerischen Staatsoper Aufmerksamkeit brachte. Sein Verhältnis zu Hinterhäuser könnte eine Herausforderung sein, wie bereits frühere Konflikte nahelegen. Das «Comeback» der Berliner Philharmoniker scheint Bachler vorhergesehen zu haben; seine langjährige Verbindung mit Petrenko spricht dafür. Mit wechselnden Orchesterresidenzen in den vergangenen Jahren versuchte er, die Osterfestspiele künstlerisch fruchtbar zu gestalten. Petrenkos Inszenierung von Wagners «Ring»-Zyklus wird als epochal betrachtet. In der Felsenreitschule entsteht ein atmosphärisches Kammerspiel aus kammermusikalischer Grundhaltung, wobei Petrenko Details und Instrumentalfarben präzise herausarbeitet. Die Gesangskomponente bietet gute Voraussetzungen, wobei Christian Gerhaher als Wotan hervorsticht. Die Inszenierung Kirill Serebrennikows, die afrikanische Mythen mit dem Nibelungen-Stoff verknüpft, bleibt hinter den Erwartungen zurück und scheint in ihrer politischen Aussagekraft dünn. Bis zur Premiere von «Götterdämmerung» im Jahr 2030 wird Serebrennikows «Ring» weiterentwickelt werden, unterbrochen durch Schönbergs «Moses und Aron». Die Berliner Philharmoniker und Petrenko wecken bereits jetzt große Erwartungen.