In den letzten Jahren hat die US-Asien-Strategie vor allem darin bestanden, Allianzen zu stärken. Doch diese Gefühle der Verlassenheit wachsen.
“Nach einem Jahrzehnt mit zwei kostspieligen Kriegen richten wir unseren Blick auf das Potenzial der asiatisch-pazifischen Region,” verkündete Präsident Barack Obama 2011 und kündigte den Strategiewechsel an, der als “Pivot to Asia” bekannt wurde. Seine Außenministerin Hillary Clinton sprach von einem “pazifischen Jahrhundert für Amerika.” Nach Obamas Amtszeit blieb die Konzentration auf den Indopazifik bestehen.
Unter Trump und Biden wurde China jedoch als strategischer Wettbewerber angesehen, doch der Fokus änderte sich nicht. Die Strategie von 2020 betonte die Vermeidung ewiger Kriege im Nahen Osten zugunsten des Indopazifiks.
Nun, nach fünfzehn Jahren angeblicher Asien-Fokussierung, führt Amerika wieder einen Krieg im Nahen Osten. Die Abberufung von Waffensystemen aus Südkorea und die Verlegung von Marineeinheiten von Japan zeigen die Folgen. Diese Aktionen schwächen die Abschreckung gegen China.
Die Produktion hochpräziser Lenkwaffen ist begrenzt, was im Konflikt mit einem gleichwertigen Gegner wie China kritisch wird. Laut Admiral Paparo gibt es keine reservierten Bestände für den Indopazifik.
Wirtschaftlich bleibt Amerika hinter seinen Versprechen zurück. Die TPP wurde unter Trump aufgegeben, und aktuelle Handelspolitiken zwingen asiatische Staaten, sich China zuzuwenden.
Obamas Ziel der Demokratieförderung in Asien ist kaum umgesetzt worden. Weder Sicherheit noch wirtschaftliche Unterstützung erreichten die versprochenen Standards.
Asiens Vielfalt erschwert eine gleichmäßige US-Präsenz. Die geopolitische Lage der Pazifikinseln und Zentralasiens begrenzt Washingtons Einfluss, während Südostasien auf wirtschaftliche Entwicklungen fokussiert ist.
Der “Pivot to Asia” zielte weniger auf eine umfassende Asien-Beziehung ab als auf die Stärkung bilateraler Verteidigungsabkommen. Die Nutzung Australiens und der Rückzug von Basen in den Philippinen zeigen diesen Fokus.
Dieser Ansatz lässt Zweifel an einer echten Verbindung zu Asien aufkommen, sondern scheint eher eine Barriere gegen China darzustellen. Der Iran-Krieg löst nun Ängste aus, da er die Abschreckung schwächt und Alliierte unsicher macht.
Südkorea und Japan erwägen verstärkte eigene Verteidigungsanstrengungen oder sogar atomare Optionen. Obamas Erkennen des Potenzials der Region wird von Washington anerkannt, doch kurzfristige Krisen verzerren die Prioritäten – eine Herausforderung, die nun in Iran sichtbar wird.