Nach dem verpassten Einzug in die Fußball-Weltmeisterschaft hat Nationaltrainer Gennaro Gattuso seine weitere Tätigkeit offen gelassen. “Über meine Zukunft möchte ich jetzt nicht sprechen”, erklärte der 48-Jährige kurz nach Italiens Niederlage im Elfmeterschießen gegen Bosnien-Herzegowina mit 1:4. “Wir sollten über die Nationalmannschaft und das blaue Trikot reden, es ist ein weiterer Rückschlag – obwohl wir diesmal nicht schuldig waren.” Gattuso hat es verpasst, den vierfachen Weltmeister zu einem Turnier im Sommer zu führen. Nachdem Italien erneut die Qualifikation verfehlt hatte, steht das gesamte Team personell vor bedeutenden Veränderungen, die auch ihn betreffen könnten. “Ich bitte um Entschuldigung bei den Fans. Ich habe es nicht geschafft und fühle mich schmerzlich getroffen”, so der Trainer.
Die italienische Medienlandschaft zeigte sich geschockt über das jüngste Desaster:
Gazzetta dello Sport: “Der Albtraum hält an: Italien erlebt seine dritte große Krise, die schlimmer als die ersten beiden ist. Das Land hat den Schock verloren und nimmt das Fehlen bei der WM als Normalität hin. Eine Weltmeisterschaft könnte man erst wieder um 2030 diskutieren, 16 Jahre nach unserer letzten Teilnahme.”
Corriere dello Sport: “Das Versäumnis, sich zu qualifizieren, ist mehr als ein Misserfolg; es offenbart den Zusammenbruch eines Systems und eine strukturelle Krise. Diese Demütigung zeigt, dass das Fundament des Projekts nicht tragfähig ist. Der gesamte Mechanismus funktioniert nicht mehr.”
Corriere della Sera: “Künftige Generationen werden die erste sein, die ohne Erinnerung an eine italienische WM aufwächst. Mit Spielern wie Sinner und Antonelli trösten wir uns, doch das reicht nicht aus.”
La Repubblica: “Eine nationale Schande! 20 Jahre nach dem Triumph in Berlin erlebt Gattuso einen dramatischen Fehltritt. Die Tragik ist für Italien zur Routine geworden. Dieses Scheitern bedeutet nicht nur ein Projektversagen, sondern dessen völliges Fehlen.”