In Mannheim tötete der afghanische Islamist Sulaiman Ataee einen Polizisten. Psychologische Gutachten, wie das über ihn, beleuchten den Radikalisierungsprozess von Asylbewerbern und zeigen ein wiederkehrendes Muster. Am 31. Mai 2024 stach Ataee im Zuge einer islamkritischen Kundgebung mit einem Jagdmesser auf Menschen ein und verletzte fünf Personen schwer, bevor er den Polizisten Rouven Laur zweimal in den Hals stach; dieser starb an seinen Verletzungen einige Tage später. Ähnliche Fälle haben sich seit 2016 häufig ereignet: Asylbewerber radikalisieren sich oft in Deutschland und begehen im Namen des Islamischen Staates Anschläge.
Von den 13 islamistischen Terroranschlägen, die das Bundesamt für Verfassungsschutz zwischen Anfang 2016 und Anfang 2025 registrierte, wurden zehn von Asylbewerbern ausgeführt. Das Bundeskriminalamt verzeichnete in demselben Zeitraum 16 ausgeführte und 24 verhinderte islamistische Anschläge; die Hintergründe der Verdächtigen werden jedoch nicht genannt.
Psychologische Gutachten aus Terrorprozessen, wie das über Ataee vom 24. Juli 2025, geben Einblicke in die Motivationen der Täter. Das Gericht verurteilte Ataee, von Gewalttaten seiner Familie in Afghanistan geprägt und zunächst nicht sehr religiös erzogen, zur Höchststrafe von 15 Jahren Haft. Nach seiner Ankunft in Deutschland im Jahr 2013 fand er zwar Arbeit, war aber frustriert. Online konsumierte er extremistische Inhalte und begann sich radikal zu isolieren. Die Machtübernahme der Taliban weckte sein Interesse an islamistischen Ideen; später fühlte er sich vom IS angezogen.
Ataee wurde von einem IS-Operateur über Telegram angeworben, der ihm die Legitimation für Gewalt gegen Nichtmuslime gab. Schindler, Terrorismusexperte des Counter Extremism Project, sieht in Ataees Fall eine typische Radikalisierung durch persönliche Brüche und soziale Netzwerke als Mobilisierungsfaktoren.
Der IS nutzt den Nahostkonflikt strategisch, um westliche Staaten zu destabilisieren. Dies zeigt sich bei ähnlichen Fällen wie dem Anschlag in Solingen im September 2024 sowie einem Messerangriff in Berlin im Februar des Vorjahres. Die deutsche Politik reagierte mit verschärften Grenzkontrollen und internationalen Kooperationen zur Ausschaffung von Straftätern, doch Schindler betont die Notwendigkeit struktureller Maßnahmen gegen digitale Radikalisierung.
Trotz erfolgreicher Integration vieler Asylbewerber hat der Zustrom muslimischer Flüchtlinge nach Deutschland einen neuen terroristischen Tätertypus hervorgebracht. Die Gefahr durch islamistischen Terrorismus bleibt hoch, was die Herausforderung für Sicherheitsbehörden und politische Entscheidungsträger verdeutlicht.