In seiner zweiten Amtszeit galt Donald Trump lange als stabil in personeller Hinsicht. Doch nun zeigt sich auch hier ein Wandel: Mit den Entlassungen von Kristi Noem, Pam Bondi sowie Spitzenfiguren der Army legt Trump erneut seine harte Linie an den Tag.
Besonders auffällig sind die Entlassungen von Ex-Heimatschutzministerin Kristi Noem und Justizministerin Pam Bondi, die als loyale und prominente Figuren in Trumps Regierung galten. Im Gegensatz zu seiner ersten Amtszeit, die durch häufigen Personalwechsel geprägt war, hatte Trump sein aktuelles Kabinett mit vermeintlich treuen Anhängern besetzt. Der unerwartete Umbau wirft Fragen auf und lässt Beobachter annehmen, dass innenpolitischer Druck, schlechte Umfragewerte und der bevorstehende Wahlkampf vor den Zwischenwahlen im November Einfluss haben könnten. Eine neue CNN-Umfrage zeigt, dass die Unzufriedenheit mit Trumps Amtsführung bei 64 Prozent liegt – so hoch wie nie zuvor.
Weitere Namen auf der Entlassungsliste sind FBI-Direktor Kash Patel, Army Secretary Daniel Driscoll und Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer. Pam Bondi, die als eine der loyalsten Figuren in Trumps Regierung galt, wurde am 2. April entlassen. Offiziell begrüßte Trump ihre Abreise freundlich und nannte ihren Wechsel in die Privatwirtschaft; kommissarisch übernimmt ihr Stellvertreter Todd Blanche das Amt. Ihr Umgang mit den Epstein-Files, der politische Risiken für das Weiße Haus barg, sowie Unzufriedenheit Trumps über ihr Vorgehen gegen politische Gegner könnten die Gründe sein. «The Atlantic» beschreibt ihren Sturz als Beispiel dafür, dass selbst größte Loyalität in diesem Amt nicht ausreicht.
Kristi Noem verlor Anfang März ihr Heimatschutzministerium. Trump lobte sie beim Abschied und bestimmte Senator Markwayne Mullin zu ihrem Nachfolger. Sie stand unter Druck aufgrund einer teuren Werbekampagne ihres Ministeriums und schwacher Auftritte im Kongress; Reuters berichtete, dass Trump die Kampagne nicht genehmigt hätte. Ihr Abgang wurde als interne Verärgerung über ihre Amtsführung gesehen.
Der ranghöchste Offizier des US-Heeres, Randy George, trat am 2. April zurück. Der Infanterieoffizier, der im Irak und in Afghanistan diente und 2023 vom US-Senat bestätigt wurde, musste ohne öffentlichen Grund gehen. Die AP sieht dies als Teil von Verteidigungsminister Pete Hegseths Umstrukturierung der militärischen Führung; General Christopher LaNeve soll kommissarisch nachfolgen.
Am selben Tag wurde auch David Hodne, ein hoher Army-General zuständig für Ausbildung und Modernisierung, ohne offizielle Begründung entlassen. Auch seine Absetzung erscheint als Teil der Personalrochade im Pentagon; ein Nachfolger steht noch aus.
William Green Jr., Chef der Militärseelsorge, verlor ebenfalls am 2. April sein Amt. Das Pentagon gab keine detaillierte Erklärung ab. AP erwähnt seine Entlassung als Teil derselben Welle von Personalveränderungen in der Armeeführung wie bei George und Hodne; ein Nachfolger ist noch nicht bekannt.
Bereits 2025 hatte Trump mehrfach durchgreifend reagiert, unter anderem mit der Entlassung von Jennifer Abruzzo, Chefjuristin des National Labor Relations Board, sowie von Colleen Shogan als Archivarin der Vereinigten Staaten. Die Massenentlassung von mindestens 17 Inspectors General erregte ebenfalls Aufsehen.
Jenseits formeller Minister-Entlassungen gab es bemerkenswerte Personalwechsel: Der umstrittene Grenzschutz-Kommandeur Gregory Bovino wurde Anfang 2026 aus seiner Führungsrolle abgezogen, nachdem tödliche ICE-Einsätze und sein Auftreten in Minneapolis massive Kritik hervorriefen. Das Heimatschutzministerium bestritt zunächst seine Entlassung; bekannt wurde später, dass er Ende März ausscheidet.