In einer Zeit, die von Komplexität geprägt ist, sieht sich die Schweiz mit dem Bedarf nach einem umfassenden öffentlichen Gespräch über Sicherheitsfragen konfrontiert. Dieser Tenor wurde am Wochenende in der Zeitung “Schweiz am Wochenende” vom Oberbefehlshaber der Armee, Benedikt Roos, untermauert.
“Eine breite Diskussion lässt sich nicht allein durch Informationsbroschüren anstoßen”, so der Kommandant des Korps. Er betont, dass das Thema Sicherheit weit über den engeren militärischen Bereich hinausgeht und das gesamte Land betrifft.
Roos schloss jedoch aus, dass es zu einer Wiederholung der historischen Versammlung auf dem Grütli-Platz von 1940 kommen würde – wie sie damals vom General Henri Guisan initiiert wurde. Dennoch könne man sich vorstellen, dass ähnlich den Friedensmärschen auch eine “Sicherheitsmarsch” stattfindet. Als Bundesbeamter sei er nicht befugt, solche Veranstaltungen zu organisieren, doch könnten entsprechende Initiativen von verschiedenen Verbänden ausgehen.
Bezüglich der aktuellen Herausforderungen in der Sicherheitspolitik hob Benedikt Roos die zunehmende Bedeutung neuer Technologien hervor. Insbesondere entwickelten sich Drohnen rasant weiter: “Der Krieg fördert die Innovation erheblich”, fügte er hinzu.
Die Schweiz müsse daher Systeme ausarbeiten, testen und verbessern können. Neue Technologien werden kontinuierlich integriert. Die Armee und Armasuisse arbeiten mit den Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Zürich und Lausanne sowie einigen Start-ups zusammen, um eigene Drohnensysteme für Angriffe und Verteidigung zu entwickeln. Laut dem Oberbefehlshaber der Armee sollen die ersten Prototypen bald erscheinen und getestet werden. “Unser Ziel ist es, ab 2027 mit der industriellen Produktion zu beginnen”, erklärte er.