Die Finanzierung der Armee hat sich über die Jahre stark verändert. Ursprünglich wurden in Kriegszeiten zusätzliche Steuern erhoben, um das Militär auszustatten. Diese Strategie stößt heute an ihre Grenzen.
Ein bemerkenswertes historisches Ereignis ist die Flucht der französischen Ostarmee unter General Charles Bourbaki im Januar 1871 in die Schweiz, wo sie aufgenommen wurde. Obwohl nur vorübergehend und finanziert von Frankreich selbst, gilt dies als humanitäre Tat.
Diese Episode offenbarte Schwächen der jungen eidgenössischen Armee: lediglich 21.000 Schweizer Soldaten standen den 90.000 Franzosen gegenüber. Dies führte zu einer Reform unter Bundesrat Emil Welti, die mit der Zentralisierung des Militärwesens einherging und zur Einführung des modernsten europäischen Infanteriegewehrs führte.
Die Reformen waren teuer, weshalb der Bund die Entschädigungszahlungen an Kantone einstellte. Neue Finanzquellen wie Zölle wurden erschlossen, obwohl sie weniger einbrachten als notwendig war, was zu wiederholten Erhöhungen führte.
Die zusätzlichen Mittel weckten auch andere Begehrlichkeiten: Die katholisch-konservativen Kantone forderten einen Anteil und erhielten schließlich Subventionen für Bildung, Gesundheitswesen und Infrastruktur. Der Bund verfolgte eine Politik der Addition, bei der neue Einnahmen für außerordentliche Aufgaben genutzt wurden.
Mit dem Ersten Weltkrieg geriet die Schweiz finanziell in Bedrängnis. Die Zolleinnahmen sanken, während Ausgaben stiegen. Der Bund führte 1915 erstmals eine direkte Steuer ein: die Kriegssteuer, um diese Lücke zu schließen. Sie sollte vorübergehend sein, blieb aber bestehen und wurde zur Grundlage des heutigen Bundeshaushalts.
Die Armee war im frühen 20. Jahrhundert schlecht ausgerüstet und konnte technischen Fortschritten nicht folgen. Nach dem Ersten Weltkrieg musste der Bund seine Haushaltspolitik anpassen, um die Kriegsschulden abzubauen.
Die Einführung einer Krisenabgabe 1934, nach Ablauf der Kriegssteuer, zeigt die Abhängigkeit von direkten Steuern. Diese ermöglichte den Einsatz großer Mittel für Arbeitslosenversicherung und Wirtschaftshilfen.
Währenddessen wurde die Armee-Modernisierung aufgeschoben. General Ulrich Wille hob in seinem Bericht über den Aktivdienst 1914/18 neue Truppengattungen als notwendig hervor, was jedoch erst später umgesetzt werden sollte.