Der Wolf, der seit Dienstag in einer Wildtierauffangstation bei Sachsenhagen im niedersächsischen Landkreis Schaumburg untergebracht war, ist nun wieder ausgewildert worden. Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank erklärte dazu: «Mit dieser rechtssicheren Lösung berücksichtigen wir sowohl die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger als auch das Tierwohl.» Ein Sender ermöglicht es, den Standort des Wolfs jederzeit zu verfolgen, sodass Jäger bei Bedarf eingreifen könnten, sollte er sich beispielsweise einer Siedlung nähern. «Es ist eine Auswilderung auf Bewährung», kommentierte die Senatorin.
Erstmals gesichtet wurde der Wolf im letzten Märzwochenende in Hamburgs Westen. Am Montagabend des 30. März lief er in eine kleine Einkaufspassage im Stadtteil Altona und verletzte dort eine etwa 60-jährige Frau. Anschließend flüchtete das Tier mehrere Kilometer durch die Hamburger Innenstadt und sprang schließlich in die Binnenalster, wo es von der Polizei gefangen genommen wurde.
Die Umweltbehörde geht davon aus, dass der Wolf die Frau gebissen hat, als diese versuchte, das Tier durch die gläsernen Automatiktüren nach draußen zu lassen. Senatorin Fegebank verwies am Dienstag auf den Polizeibericht, dessen Inhalt jedoch nicht veröffentlicht wurde.
Naturschützer bezweifeln, dass der Wolf die Frau angegriffen und gebissen hat; sie berufen sich auf Zeugenaussagen, wonach der Wolf die Frau angesprungen, aber nicht gebissen habe.
SRF 4 News, 6.4.2026, 15 Uhr