In der Schweiz haben russischsprachige Expat-Gruppen vermehrt kritische Infrastrukturen besucht, was Beobachter und Behörden auf den Plan ruft. Der Nachrichtendienst des Bundes warnt vor möglichen Spionage- oder Sabotageakten im Zusammenhang mit diesen Besuchen.
Was wie eine kulturelle Weiterbildung erscheinen mag – zum Beispiel Führungen durch ein Schweizer Atomkraftwerk – könnte sich als gezielter Spionageakt entpuppen. Seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine sind solche Exkursionen bei Einrichtungen wie Kernkraftwerken, Bahnanlagen und Flughäfen zugenommen. Zudem ziehen sie auch das Bundeshaus in Bern an.
Wie die “Aargauer Zeitung” berichtet, hat der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) Kenntnis von mehreren Besuchen dieser Gruppen bei den kritischen Infrastrukturen des Landes. Der NDB-Sprecher Christoph Gnägi bestätigte gegenüber der Zeitung die Existenz solcher Aktivitäten, ohne jedoch operative Details oder spezifische Ziele preiszugeben.
Die Sicherheitsbedenken sind besonders im Kanton Aargau groß, wo sich die Atomkraftwerke Leibstadt und Beznau 1 und 2 befinden. Die Betreiber solcher Anlagen betonen laut der Zeitung, dass Besuche nur unter strengen Auflagen stattfinden dürfen.
Soziale Netzwerke verschärfen das Problem durch die Veröffentlichung von Fotos und Videos dieser Besuche, die potenziell sensible Informationen offenlegen könnten. Der NDB sieht vor allem Russland und China als größte Spionagebedrohung an.